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Mit Qualität zum Flow im Mountainbike-Tourismus

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Porträt, Tilman Sobek

 

Ein Interview mit Tilman Sobek, Gründer und Vorstandsmitglied Mountainbike Tourismusforum Deutschland e. V.,  zu Flow beim fünften deutschen MTB-Tourismuskongress.

„Flow“ ist das übergeordnete Thema des diesjährigen MTB-Tourismuskongresses. In wieweit hat Flow besondere Relevanz für den Mountainbike-Tourismus in Deutschland?

Der Gast ist immer auf der Suche nach eine ganz besonderen Erlebnisqualität. Voll und ganz mit der Situation zu verschmelzen, Raum und Zeit auszublenden und sich diesem „Flow“ hinzugeben ist die Sehnsucht der meisten Sportler und der Kern des Mountainbikens.
Beim fünften deutschen MTB-Tourismuskongress vom 7.–9. Mai in Bad Orb im Spessart setzen wir uns sowohl mit Theorie als auch Praxis auseinander: Welche physischen und psychischen Voraussetzungen benötigt der Mountainbike-Gast für seinen Flow? Wie kann sich der Leistungsträger darauf einstellen und wie arbeiten wir an der Qualität, um Flow zu erreichen?

Der Mountainbike-Tourismuskongress setzt seinen thematischen Fokus jedes Jahr auf ein wichtiges, zukunftsweisendes Thema des Mountainbike-Tourismus. Wie werden diese Themenfelder bestimmt?

Das Mountainbike Tourismusforum Deutschland versteht sich als Think Tank für den Bike-Tourismus. Deswegen haben wir einen sehr hohen Anspruch an den deutschen MTB-Kongress. Die Arbeit am Programm beginnt schon zwei Jahre vor der eigentlichen Veranstaltung. Wir tauschen uns intensiv mit den Referenten zu ihren Vorträgen aus. Uns ist sehr wichtig, dass die Vorträge aufeinander aufbauen und eine extrem hohe Praxisrelevanz für Touristiker, Leistungsträger und Politik haben.
Dieses Jahr sind echte Größen aus der Branche mit uns in Bad Orb: Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln und Gesundheitsexperte des ARD Morgenmagazins gibt Einblicke in die Psychologie von Flow und Glücksgefühle beim Mountainbiken. Mit Graeme McLean von Developing Mountain Biking in Scotland und Martin Vincenz, CEO von Graubünden Ferien, sind die Köpfe von zwei ausländischen MTB-Leuchttürmen vor Ort. Wir beleuchten, wie sich Schottland und Graubünden zu Weltklasse-MTB-Destinationen entwickelt haben und welche Stellschrauben für eine optimierte Wertschöpfung wichtig sind. Alle Kongressgäste wissen, beim deutschen Mountainbike-Tourismuskongress erwarten sie niemals Werbevorträge, sondern immer wissenschaftlich fundierte, redaktionell geprüfte und v. a. praxisrelevante Beiträge und Workshops.

Auf der ITB standen unter anderem Tours & Activities, Spezialthemen wie Virtual Reality, aber auch erneut die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Wofür müssen Destinationen und Leistungsträger im MTB-Tourismus künftig gewappnet sein?

E-MTB ist natürlich eines der zentralen Themen der näheren Zukunft. Sowohl die Verkaufszahlen als auch die Akzeptanz gegenüber der E-Unterstützung steigen rapide. Destinationen sowie Leistungsträger kommen um eine erwartungsorientierte E-MTB-Strategie nicht umhin.
Aber auch der Anteil klassischer „Bio-Biker“ wird mit seinen Ansprüchen die Touristiker fordern. Dabei hilft uns der Mountainbike-Monitor als repräsentative Grundlagenuntersuchung zu den Bedürfnissen, Erwartungen und Charakteristika des Mountainbike-Gastes. Daraus ergeben sich klare Handlungsempfehlungen für die Arbeit in den Regionen.
Beim Kongress in Bad Orb schauen wir noch einmal intensiv auf die Chancen der Digitalisierung für das Marketing und den Vertrieb. Welche Relevanz haben z. B. künstliche Intelligenz, Virtual Reality und Voice Search für den Bike-Tourismus?
Und abschließend geht es auch im Natursport immer stärker um Nachhaltigkeit: Wie sichern wir an den Hotspots ein gutes Miteinander? Wie reduzieren wir unseren Einfluss auf die Natur? Wie können wir langfristig gut mit und vom Bike-Tourismus leben?

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