Weintourismus in Baden: Studie belegt wirtschaftliche Bedeutung

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Weintourismus in Baden: Studie belegt wirtschaftliche Bedeutung

 

Der Weintourismus sei für Baden ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Nach einer aktuellen Studie der dwif Consulting GmbH, die im Auftrag des Kompetenzteams Weintourismus Baden erstellt wurde, hat der jährliche Bruttoumsatz mehr als 723 Millionen Euro betragen. Die Untersuchung zeigte eine hohe Kaufbereitschaft der Gäste und eine ausgeprägte Kooperationsbereitschaft der Betriebe.

„Vorrangige Aufgabe des Kompetenzteams ist daher die Entwicklung von innovativen und nachhaltigen Leuchtturmprojekten im Weintourismus, die gezielte Ansprache relevanter Zielgruppen und die Stärkung bestehender Netzwerke, um Badens Position als attraktive und wettbewerbsfähige Weintourismusdestination weiter auszubauen“, sagte Hansjörg Mair, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG).

Die im Sommer 2025 durchgeführte Studie habe verdeutlicht, dass vor allem das Gastgewerbe vom Weintourismus profitiert habe. Im Jahr 2024 seien 6,3 Millionen Aufenthaltstage gezählt worden, davon 4,5 Millionen von Übernachtungsgästen und 1,8 Millionen von Tagesgästen. Übernachtungsgäste sollen durchschnittlich 133,80 Euro pro Tag ausgegeben haben, Tagesgäste 66,20 Euro. Daraus habe sich ein branchenübergreifender Bruttoumsatz von 723,6 Millionen Euro ergeben. Der Weintourismus habe damit ein theoretisches Einkommensäquivalent von rund 9.990 Personen geschafft.

„Die jüngsten Befragungen im Rahmen der dwif-Studie haben uns das große Potenzial aufgezeigt, das in weintouristischen Aktivitäten liegt und von Weinbau- und Beherbergungsbetrieben genutzt werden kann. Zugleich wurde deutlich, dass es bürokratische Hemmnisse gibt, die einem weiteren Ausbau weintouristischer Aktivitäten oftmals entgegenstehen. Unser Ziel ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, um die Wertschöpfung durch den Weintourismus perspektivisch weiter auszubauen“, erklärte Holger Klein, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbands.

Laut Studie sollen Angebotskombinationen wie Wein & Wandern, Wein & Kulinarik, Wein & Events sowie Wein & Kultur an Bedeutung gewonnen haben. Diese Formate sollen sich besonders für die Hauptreisezeit von Juni bis November geeignet haben. Auch in der Nebensaison habe Nachfrage bestanden, insbesondere durch Einheimische, die 27 Prozent der touristischen Nachfrage ausgemacht haben sollen. 44 Prozent sollen auf Übernachtungsgäste entfallen sein, 29 Prozent auf Tagesreisende.

Das 2025 gegründete Kompetenzteam Weintourismus Baden habe Betriebe bei der Weiterentwicklung ihrer Angebote unterstützt. 28 Prozent der befragten Betriebe sollen einen Ausbau ihres weintouristischen Angebots geplant haben, 31 Prozent sollen sich Schulungen gewünscht haben. Im Rahmen des Förderprojekts Weintourismus Baden sollen Qualifizierungsangebote umgesetzt werden, darunter eine digitale Lernplattform in Kooperation mit der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) sowie eine Seminarreihe, die auch als IHK-Lehrgang „Weinsüden Tourismus Manager“ absolviert werden könne.

Die Studie habe zudem die hohe Bereitschaft zu Kooperationen hervorgehoben. Das Kompetenzteam habe daher Netzwerkveranstaltungen, Austauschformate und Informationsmaterialien mit Handlungsempfehlungen und Best-Practice-Beispielen geplant.

Zu den aktuellen Projekten sollen das „Wii-Täschle“ zählen, das Gästen ermögliche, angebrochene Weinflaschen mitzunehmen, und die „Rebhisli-Kampagne“, die Weinberghäuschen als weintouristische Ziele sichtbar mache. Weitere Maßnahmen seien die Broschüre „Weintourismus – Ideen & Hilfen für Weinbaubetriebe“, die digitale Weinsüden-Lernplattform, die Seminarreihe „Weinsüden Tourismus Manager“ sowie Impulsbesuche bei Winzerbetrieben.

Auch etablierte Formate wie die Eventreihe „MaiWein“ und das Projekt „Neigschmeckt ins Badische“ sollen fortgeführt werden. Beide Formate sollen die Verbindung von Wein, Kulinarik und regionaler Identität entlang der Badischen Weinstraße stärken.

Die Schwarzwald Tourismus GmbH habe seit 2013 den Arbeitskreis Badische Weinstraße verantwortet und die Zusammenarbeit zwischen Wein- und Tourismuswirtschaft koordiniert. Das Kompetenzteam Weintourismus Baden sei 2025 gemeinsam mit dem Badischen Weinbauverband gegründet worden und arbeite an der strategischen Weiterentwicklung des Weintourismus.

Die Projekte seien Teil des „Sofortprogramms für den Weinbau in Baden-Württemberg“, das das Landeskabinett im Januar 2025 beschlossen habe. Die Umsetzung erfolge in Abstimmung mit dem Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg, der TMBW, den Weinbauverbänden und dem Weintourismusteam Württemberg.

 

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Bild: © Dell_Schwarzwald Tourismus

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