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Positionspapier zur Tourismusentwicklung Bodensee: Wohin geht der Weg?

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Bodensee, vater mit Kind

 

Ein neues 10-Punkte Programm zur Zukunft des Bodensee-Tourismus soll den Weg in die Zukunft aufzeigen.

Das gemeinsame Ziel ist klar: Der internationale Bodensee-Tourismus und die angeschlossenen Destinationen wollen die Region als qualitativ hochwertiges Reiseziel zu jeder Jahreszeit positionieren und neue Gäste begeistern – aus dem In- und Ausland. Das Reisejahr 2018 war bereits das vierte Rekordjahr in Folge - demnach eine Bestätigung für die Ausrichtung. Doch wie muss die Tourismusbranche am Bodensee denken und handeln, um dauerhaft in der sich wandelnden Welt erfolgreich zu sein? Dieser zentralen Fragestellung widmet sich DenkRaumBodensee, ein unabhängiger ThinkTank, gemeinsam mit über 20 Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und Tourismuswirtschaft. Die Ergebnisse mit einem konkreten 10-Punkte Programm zur Zukunft des Bodensee-Tourismus wurden jetzt vorgestellt.

„Viel gemeinsam und wenig alleine, anstelle viel alleine und wenig gemeinsam“, lautet der Anspruch von Jürgen Ammann, Geschäftsführer der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH. Und gemeinsam mit Hochschulen sowie Expertinnen und Experten aus der Tourismuswirtschaft wurde das Positionspapier als Impuls für die zukünftige Ausgestaltung einer grenzüberwindenden Tourismuspolitik am Bodensee ausgearbeitet. Betrachtet werden dabei insbesondere die Rolle des Tourismus, die wichtigsten Herausforderungen, der größte Handlungsbedarf und der Umgang mit wegweisenden Zukunftsthemen.

Das Papier soll einen Paradigmenwechsel und damit eine neue Sichtweise auf den Tourismus in der Bodenseeregion einläuten: Die Angebote der Zukunft sollen sich an allen Nutzergruppen ausrichten. Die oftmals noch anzutreffende Unterscheidung „dort der Gast, hier der Einheimische“ soll es nicht mehr geben. Basierend auf einem gemeinsamen Erlebnisraum und einer leuchtenden Vision sei die Qualität entscheidende Grundvoraussetzung für weiteren Erfolg. Gefragt sei dabei ein perfektes Zusammenspiel von grenzenlosem Produktmanagement und einem gemeinsamen Handeln auf einer stabilen Vertrauensbasis.

„Für eine erfolgreiche Tourismusentwicklung kommt es nicht nur auf die Höhe des Marketingbudgets an. Vielmehr ist entscheidend, dass über die Grenzen hinweg am Kunden orientierte Angebote erfolgreich geschaffen werden“, betont der Tourismusexperte Prof. Dr. Pietro Beritelli von der Universität St.Gallen. Mittels klarer Fokussierung, Nutzung neuer Technologien und einer Zusammenarbeit in Netzwerken ohne territoriale Grenzen gelte es, sich zu positionieren. Damit das gelinge müssten qualifizierte Arbeitskräfte gewonnen und gehalten werden. Hierzu bedarf es überbetrieblicher Lösungen, z.B. bei rechtlichen Rahmenbedingungen oder neuen Arbeitszeitmodellen. Und die Touristiker rund um den See sind sich einig: Wir wollen vom Reden zum (gemeinsamen) Handeln kommen, damit Schlüsselprojekte spürbare Wirkungen für die gesamte Tourismusregion Bodensee entfalten können.

Der regionale ThinkTank DenkRaumBodensee soll somit Impulse für eine zukunftsfähige Entwicklung der Region setzen. Er soll das in der Region vorhandene Wissen identifizieren, sichtbar machen und auf konkrete Problemstellungen und Herausforderungen überträgen. Gefördert wird DenkRaumBodensee, der von sechs Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH getragen wird, aus Mitteln der beteiligten Einrichtungen, des Interreg V-Programms „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ sowie der Internationalen Bodensee-Konferenz.

https://denkraumbodensee.org/

Bild: https://pixabay.com/de/photos/mensch-vater-sohn-mann-familie-3686905/