Schweiz schottet sich ab: Folgen für den Tourismus

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Der Schweizer Tourismusverband (STV) hat sich klar gegen die «Initiative gegen Masseneinwanderung» gestellt. Genutzt hat es wenig. Die Initiative fand gestern eine knappe Mehrheit. Das wird auch Folgen für den Tourismus haben.

Ein emotionaler und Ängste schürender Abstimmungskampf habe laut STV zu einer hauchdünnen Annahme der Masseneinwanderungsinitiative geführt. Die wirtschaftlichen Realitäten und die durch die Initiative zu befürchtenden Folgen seien dabei bedauerlicherweise in den Hintergrund gerückt.

Schon das Signal, das von dem Referendum ausgeht, wirft einen Schatten auf das Image der Schweiz als Tourismusland. Doch noch gravierender könnte sich die Begrenzung der Zuwanderung auf den touristischen Arbeitskräftemarkt auswirken.

In der Beherbergung und Gastronomie der Schweiz arbeiten nach Angaben des STV mehr als 40 Prozent ausländische Arbeitskräfte, ein Grossteil davon stamme aus dem EU-Raum. Die Initiative schränkt nun die Personenfreizügigkeit ein. Die Tourismusbranche ist jedoch auf eine einfache und dem unternehmerischen Bedarf entsprechende Rekrutierung von ausländischem Personal angewiesen. Eine zeitgerechte und schlanke Rekrutierung wird nach Umsetzung des Entscheids in ein Gesetz stark erschwert. Gleichzeitig werden wohl die administrativen Kosten für die Unternehmen durch die komplexen Bewilligungsverfahren steigen.

Für die Tourismusbranche insgesamt ist die Möglichkeit der Rekrutierung von ausländischem Personal notwendig, um den Bedarf an Personal insbesondere zu Saisonzeiten decken zu können. Jetzt ist eine gesamtschweizerische Kontingentierung und das Festlegen der Höchstzahlen von Behörden zu erwarten. Damit wäre es einzelnen Unternehmen nicht mehr möglich selbst bedarfs- und zeitgerecht genügend Arbeitskräfte zu rekrutieren.

Der STV will darauf achten, dass die Kontingente realistisch und alle Branchen unterstützend festgelegt werden und der Aufwand für die Unternehmen so klein wie möglich gehalten wird. Die Annahme der Initiative gefährde nicht nur die Personenfreizügigkeit, sondern auch die übrigen bilateralen Abkommen. Eine für den Tourismus ungünstige Entwicklung, stammen doch zahlreiche Arbeitnehmende aus dem EU-Raum.

Bei der Umsetzung der Initiative ist nun nicht nur im Sinne des Tourismus, sondern in demjenigen der schweizerischen Wirtschaft insgesamt darauf zu achten, dass realistische Kontingente festgelegt werden. Es wäre bedauerlich, wenn zu kleine oder zu grosse Kontingente im falschen Bereich zu Engpässen führen würden. Ebenfalls ist es unabdingbar, dass der administrative Aufwand für die Unternehmen bei der Rekrutierung so minimal wie möglich gehalten wird.

Der STV will nun die Vorschläge des Bundesrats und des Parlaments zur Umsetzung des Volkswillens und desjenigen der Kantone eng verfolgen und darauf Einfluss nehmen, dass eine pragmatische und sinnvolle Lösung erzielt werden kann.

http://www.swisstourfed.ch/


Bild: http://pixabay.com/de/matterhorn-zermatt-berge-alpen-944/

Tags: Land: Schweiz

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