KIO-Projekt stärkt Zusammenarbeit von Kultur und Tourismus in Ostfriesland

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KIO-Projekt stärkt Zusammenarbeit von Kultur und Tourismus in Ostfriesland

 

Vor einem Jahr haben die Regionale Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft und die Ostfriesland Tourismus GmbH das Förderprojekt KulTour-Innovationen für Ostfriesland gestartet. Das Vorhaben läuft bis Ende 2027 und soll den Kulturtourismus in der Region digital und klimagerecht weiterentwickeln. Nach Angaben der Projektpartner ist die Zwischenbilanz positiv ausgefallen. Die Zusammenarbeit zwischen Kultur und Tourismus hat sich verstärkt, neue Netzwerke sind entstanden und erste Maßnahmen wurden umgesetzt.

Das erste Projektjahr diente dem Aufbau von Netzwerken und der fachlichen Vorbereitung. Drei KIO-Werkstätten in Emden, Leer und Wittmund brachten Akteure aus Kultur und Tourismus zusammen. Nach Angaben von Cai-Olaf Wilgeroth, Projektleiter bei der Ostfriesischen Landschaft, lebe eine nachhaltige und klimagerechte Kultur-Region Ostfriesland von den Menschen und Angeboten vor Ort. Er betonte, dass das Projekt gezielt gute Ideen aus Kultur und Tourismus fördere.

In den ersten beiden Förderrunden des Ostfriesland-Programms seien über 28.000 Euro an zehn Kulturprojekte in der Region vergeben worden, die sich mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit befassten. Weitere Förderrunden seien für Ende 2026 und Anfang 2027 vorgesehen.

Eine Umfrage des Projekts aus dem Herbst 2025 mit mehr als 40 Rückmeldungen habe die Relevanz des Themas gezeigt. 74 Prozent der Kultur- und Tourismusakteure sollen bereits an Nachhaltigkeit, Klimaschutz oder Klimaanpassung gearbeitet haben. 63 Prozent sollen sich in regionalen Netzwerken engagiert haben oder deren Aufbau geplant haben. 88 Prozent sollen bei gleicher Eignung auf regionale Künstler, Referenten oder Dienstleister gesetzt haben. Die Ergebnisse verdeutlichten die Bedeutung von Kooperation und Regionalität.

Zum Netzwerk der Projektpartner zählen Einrichtungen wie die Kunsthalle Emden, das Theater Lazarett Aurich, das Zollhaus in Leer, das Museum Leben am Meer in Esens und das Europahaus Aurich. Das Netzwerk wächse laut Projektteam weiter.

Unter dem Leitmotiv Wind Wasser Weite hat das Projekt klimagerechte Kulturangebote in einen übergeordneten Zusammenhang gestellt. Ein eigener Social-Media-Auftritt informiere über Fortschritte und Veranstaltungen. Seit August 2025 erscheine zudem monatlich der Podcast Wind Wasser Weite, der Kultureinrichtungen, Persönlichkeiten und Veranstaltungen aus der Region vorstelle.

Seit dem 25. Februar laufe eine Schulungsreihe mit sieben Terminen zu Nachhaltigkeit. Die zweite Schulung finde am 23. April im Park der Gärten statt. Drei weitere KIO-Werkstätten in ostfriesischen Städten seien vierteljährlich geplant. Zudem entstehe ein Klima-Leitfaden für Kultureinrichtungen, der gemeinsam mit mehr als zehn Einrichtungen erarbeitet werde. Nach Aussage von Sophie Charlotte Hahn vom KIO-Team beginne Nachhaltigkeit oft mit kleinen Schritten und mit denen, die man gemeinsam gehe.

Im Frühjahr sollen weitere Schulungsangebote zur Digitalisierung und Vermarktung über soziale Medien starten. In Workshops sollen Kultur- und Tourismusakteure Werkzeuge für die digitale Kommunikation erhalten, unter anderem zu zielgruppengerechtem Content, Redaktionsplanung, Reichweitenaufbau und Community-Management. Ziel sei es, kulturelle Angebote digital sichtbarer zu machen und neue Gäste anzusprechen. Mit den Ostfriesland Games entstehe ein digitales Vermittlungsformat, das im August 2026 veröffentlicht werden soll. Im Sommer 2026 starte die Veranstaltungsreihe Living Paintings, die Kunstwerke im öffentlichen Raum neu inszeniere. Nach Angaben von Alina Tammäus, Projektleiterin bei der Ostfriesland Tourismus GmbH, greife das Format historische Motive auf und stelle sie in einen aktuellen Klimakontext. Astrid Reinhardt ergänzte, Klima und Kultur seien in Ostfriesland untrennbar miteinander verbunden und richtungsweisend für eine nachhaltige Zukunft.

 

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Bild: © OTG – Von links: Cai-Olaf Wilgeroth, Alina Tammäus, Astrid Reinhardt und Charlotte Hahn vom KIO-Projekt begleiten Kultur- und Tourismuseinrichtungen auf ihrem Weg in die Nachhaltigkeit.

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