Mehr als 900 Kilometer Schiene könnten bis 2035 reaktiviert werden

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Mehr als 900 Kilometer Schiene könnten bis 2035 reaktiviert werden

 

In Deutschland könnten bis 2035 mehr als 900 Kilometer stillgelegte Bahnstrecken wieder in Betrieb gehen. Das zeigte eine Recherche der Allianz pro Schiene. Die Organisation forderte die Länder auf, Mittel aus dem Sondervermögen für die Planung zu nutzen. Vom Bund verlangte sie höhere Regionalisierungsmittel, um den Betrieb reaktivierter Strecken dauerhaft zu finanzieren.

Holger Krawinkel, Reaktivierungs-Experte der Allianz pro Schiene, rechnete damit, dass bis 2035 mehr als 50 Strecken wieder ans Netz gehen. Bereits in den nächsten fünf Jahren könnten rund 300 Kilometer reaktiviert werden, da viele Vorhaben im Bau oder in fortgeschrittenen Genehmigungsverfahren seien.

Die meisten Projekte in einem fortgeschrittenen Stadium gebe es in Niedersachsen mit 107 Kilometern, Nordrhein-Westfalen mit 58 Kilometern und Bayern mit 54 Kilometern. Diese Strecken sollen voraussichtlich innerhalb der nächsten vier Jahre in Betrieb gehen. Bis 2036 sollen Rheinland-Pfalz mit 176 Kilometern und Baden-Württemberg mit 127 Kilometern das größte Reaktivierungspotenzial haben.

Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, erklärte, jahrelang sei kaum Fortschritt zu verzeichnen gewesen. Teilweise sei kein einziger Kilometer reaktiviert worden. „Wir haben jahrelang beklagt, dass es bei der Reaktivierung in Deutschland nur langsam voranging. In den vergangenen Jahren wurde teilweise kein einziger Schienenkilometer reaktiviert, bestenfalls eine niedrige zweistellige Kilometerzahl – trotz des großen Potenzials. Jetzt sehen wir, dass deutlich Bewegung in die Sache kommt. Viele vor langer Zeit angeschobenen Reaktivierungsvorhaben nehmen Fahrt auf, und die Schiene kommt zurück in die Fläche. Das liegt sicher neben dem oft großen Engagement der Menschen vor Ort auch daran, dass sich die Fördermöglichkeiten durch den Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz verbessert haben. Die Länder sollten nun auch viel stärker als bisher Mittel aus ihrem Anteil am Sondervermögen nutzen, um die Planungsprozesse voranzutreiben“.

Ein Problem bleibe die Finanzierung des Betriebs. „Bisher ist es so, dass die mit einer Reaktivierung verbundenen Infrastruktur-Investitionen gefördert werden können. Doch ist die Strecke dann in Betrieb, muss das Zugangebot auf der reaktivierten Strecke aus den ohnehin knappen Regionalisierungsmitteln finanziert werden. Hier würde eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel durch den Bund helfen, da die Betriebskosten sonst immer wieder ein Hindernis für den Angebotsausbau darstellen. So könnten sogar noch mehr Reaktivierungsprojekte als bisher erfolgreich umgesetzt werden“, sagte Flege.

Die Allianz pro Schiene will den Fortschritt der Vorhaben weiterhin regelmäßig überprüfen und öffentlich begleiten.

 

Mehr InformationenAllianz pro Schiene - Das Verkehrsbündnis für mehr Schienenverkehr

Bild: © Sebastian Wiercinski auf Pixabay

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