Heilbäder-Verband plädiert für mehr Prävention zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge
Bayerns Heilbäder- und Kurortverbände forderten im laufenden Gesetzgebungsverfahren zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung eine konsequente Steuerfinanzierung beitragsfremder Leistungen. Der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) kritisierte zugleich den vorliegenden Gesetzentwurf als zu kurzfristig ausgerichtet und plädierte für eine stärkere Verankerung von Prävention im GKV-Leistungskatalog.
„Es braucht endlich klare Verhältnisse. Was nicht originär Aufgabe der Beitragszahler ist, darf auch nicht über Beiträge finanziert werden", sagte BHV-Präsident Peter Berek, Landrat. „Beiträge müssen für Prävention und Gesundheit der Versicherten eingesetzt werden und nicht für versicherungsfremde Leistungen."
Der Verband kritisierte sowohl die inhaltliche Ausrichtung des Gesetzentwurfs als auch das Verfahren mit sehr kurzfristigen Fristen. Beides werde der Tragweite des Themas nicht gerecht. Der Entwurf setze vor allem auf kurzfristige Kostendämpfung und adressiere die strukturellen Ursachen steigender Ausgaben nicht ausreichend.
Den Schlüssel zur nachhaltigen Beitragssatzstabilisierung hat der BHV in einer deutlich stärkeren Präventionsstrategie gesehen. „Wer Beitragssätze dauerhaft stabilisieren will, muss Krankheit vermeiden – nicht nur Kosten verwalten", so Berek. Die bayerischen Heilbäder und Kurorte sollen nach Angaben des Verbands bereits über geeignete Strukturen für wirksame Prävention verfügen – mit medizinisch begleiteten, evidenzbasierten Programmen zu Bewegung, Ernährung und Stressreduktion.
„Beitragssatzstabilität entsteht nicht durch Leistungskürzungen, sondern durch weniger Krankheit", betonte BHV-Geschäftsführer Frank Oette. Der Verband sprach sich dafür aus, mehrtägige, qualitätsgesicherte Präventionsprogramme in anerkannten Heilbädern und Kurorten stärker im GKV-Leistungskatalog zu verankern und eine verbindliche Mittelbindung für Intensivprävention einzuführen.
„Wir haben in Deutschland eine leistungsfähige Infrastruktur für Prävention, die bislang nicht ausreichend genutzt wird. Hier liegt ein erhebliches Potenzial, um Krankheitslast zu reduzieren und die Finanzierung der GKV langfristig zu entlasten", ergänzte Oette.
Mehr Informationen: Herzlich willkommen beim Bayerischen Heilbäder-Verband e.V.!
Bild: © obx-news/BHV – Aus Sicht des BHV liege der Schlüssel zur nachhaltigen Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung in einer deutlich stärkeren Präventionsstrategie. „Wer Beitragssätze dauerhaft stabilisieren will, muss Krankheit vermeiden - nicht nur Kosten verwalten", so der Präsident des Bayerischen Heilbäder-Verbands, Landrat Peter Berek.
