Tourismuspolitik: Tressel will regelmäßiges Treffen der Landestourismusminister

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Markus Tressel, Vorsitzender der Saarland-Grünen und Mitglied im Tourismusausschuss des Bundestags, forderte in seiner Keynote zum fvw Destination Germany Day auf der CMT in Stuttgart mehr Einigkeit über Ländergrenzen hinweg.

Auf Bundesebene habe die Tourismuspolitik bislang eher „ein Nischendasein gefristet“, sagte Markus Tressel. Dabei sei Tourismuspolitik „ein Querschnittsthema mit Breitenwirkung, das die Masse der Bevölkerung betrifft“. Dennoch genieße „die Branche politisch nicht die Bedeutung, die ihr zusteht“. Im Koalitionsvertrag sei daher eine nationale Tourismusstrategie verankert, deren Eckpunkte das Kabinett nun beschlossen habe. Die anhaltende Klimadebatte und die Thomas-Cook-Pleite im vergangenen Jahr hätten das Thema Tourismus zusätzlich in den Fokus gerückt. „Das kann ein Aufbruch sein“, denn „Neoökologie und Nachhaltigkeit liegen im Trend.“ Die Frage sei nun: „Wie macht man sich auf den Weg.“

„Neue Denkprozesse anstoßen“

Ein Problem bei der Umsetzung nationaler touristischer Leitlinien sei, dass „die Zuständigkeit eigentlich bei den Ländern liegt“ und „wir oft noch im Kleinen statt im Großen denken“, so Tressel. Durch die Überschneidung mit anderen Themenbereichen sei Tourismuspolitik jedoch auch Regionalförderung und hänge stark mit der Wirtschaftsförderung zusammen. Deshalb müsse man Verkehrspolitik, Arbeitspolitik oder die geforderte Gleichheit der Lebensverhältnisse „stärker durch die tourismuspolitische Brille betrachten“.

Gerade die Klimadiskussion sei hier „mehr Chance als Bürde“, könne sie doch „auch in der Reformpolitik neue Denkprozesse“ anstoßen. Ein gut funktionierender ÖPNV etwa sei „ein Qualitätskriterium für eine Destination“. Fördermittel seien durchaus vorhanden, meinte Tressel, der eine Aufgabe des Tourismusausschusses darin sieht, „nach links und rechts zu blicken und die Wege zu diesen Fördertöpfen zu öffnen“.

„Kräfte bündeln“

Um die entsprechenden „Zuständigkeiten zu reklamieren“, brauche der Tourismusausschuss „die Unterstützung einer starken Tourismuswirtschaft, die das ebenfalls fordert“, betonte Tressel. Probleme wie Klimawandel, Digitalisierung und Fachkräftemangel ließen sich nur mit einem „starken Selbstverständnis nach außen“ bewältigen. Die Vertretung touristischer Interessen gleiche aber leider einem „vielstimmigen Chor“, dem es noch an Einigkeit mangele. Gute Ideen allein nützten nichts, wenn man Kräfte nicht bündele. Angesichts der Herausforderungen könne man sich jedoch keine Verzögerung leisten, „etwa durch einen Wahlkampf. Wir müssen möglichst schnell mit klarem Zeithorizont an die Aufgabe einer nationalen Tourismusstrategie herangehen.“

„Druck machen“

Voraussetzung für deren langfristigen Erfolg sei freilich „ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zu den Regionen“, sagte Tressel. Problematisch sei hier, dass auf Bundesebene vor allem „die großen Verbände und Outgoing-Anbieter“ Lobbyarbeit betrieben, weniger die Regionen und im Inland aktiven Veranstalter. Beispielsweise wünsche er sich ein regelmäßiges Treffen der Landestourismusminister, deren Aktivitäten oft „nur in den Ländern wirken, ohne Rückschlag nach Berlin“. Es sei an der Zeit, „ein ganz dickes Brett zu bohren. Dazu brauchen wir eine laute Branche, die Druck macht. Nur Druck sorgt dafür, dass etwas passiert!“

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