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Klimaneutral Skifahren: Südtiroler Skigebiet tritt Klimaneutralitätsbündnis 2025 bei

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Speichersee Carezza

 

Mit großen Zielen startet das Skigebiet Carezza (1882m-2377m) im Südtiroler Eggental am 30. November in die neue Saison. Es ist das erste italienische Skigebiet, das dem Klimaneutralitätsbündnis 2025 beigetreten ist. Damit soll der Unternehmensfußabdruck von Carezza Dolomites innerhalb von maximal drei Jahren klimaneutral werden.

„Wir tun alles dafür, unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden“, erklärt Florian Eisath, Geschäftsführer von Carezza Dolomites. Seitdem das Skigebiet Carezza 2011 zusammen mit dem Partner-Gebiet Arosa in der Schweiz Teil des Projektes „Alpine Klimaskigebiete“ wurde, konnten nach eigenen Angaben bereits bis zu 30 Prozent Treibstoff bei der Pistenpräparierung und bis zu 25 Prozent an Strom für die Beschneiung eingespart werden.

Möglich machte dies die intelligente, voll elektronische Beschneiungsanlage sowie die verbesserte Pistenpräparierung dank GPS-Tracks und Schneetiefenmessung. Jetzt gehe man noch einen Schritt weiter. Messen, Reduzieren und Kompensieren stehe künftig auf dem Programm. Dabei gehe es nicht nur um den CO₂-Ausstoß, sondern auch um andere Treibhausgase wie Methan oder Lachgas – also um die CO₂-Äquivalente (CO2e). Diese Maßeinheit wurde eingeführt, um die unterschiedlichen Treibhausgase hinsichtlich ihrer Klimaschädlichkeit vergleichbar zu machen.

„Im ersten Schritt ermitteln unsere Experten voraussichtlich schon bis Ende dieses Jahres den CO2e-Ausstoß im Skigebiet gemäß einer standardisierten Berechnungsmethode“, so Elisabeth Präauer vom Terra Institute, die Ansprechpartnerin für das Klimaneutralitätsbündnis 2025 in Südtirol. Das Skigebiet lege künftig also in Sachen Klimawirkung die Karten offen.

„In einem zweiten Schritt helfen wir dem Unternehmen, Maßnahmen zur Minimierung des CO2e-Unternehmensfußabdrucks zu definieren“, erklärt Elisabeth Präauer. „Nach der sogenannten 12-er Regel müssen die Betriebe im ersten Jahr mindestens 1/12 des berechneten CO2e-Ausstoßes, im zweiten Jahr 2/12, im dritten Jahr 3/12 usw. kompensieren.“ Maximal hat das Unternehmen 12 Jahre Zeit, um klimaneutral zu werden. „Carezza Dolomites hat als Ziel, spätestens im Jahr 2022 klimaneutral zu sein“, betont Florian Eisath.

Die Klimaneutralität werde nicht allein durch regionale Reduzierung, sondern auch durch globale Kompensation erreicht. „Nicht vermeidbare Emissionen sollen durch die finanzielle Unterstützung von hochwertigen Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern ausgeglichen werden“, so die Expertin Elisabeth Präauer. Die Projekte werden vom Klimaneutralitätsbündnis 2025 in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Schweizer Stiftung myclimate ausgesucht. Die Höhe des Kompensationsbetrags komme auf die errechneten, nicht vermeidbaren Emissionen an – es werde pro CO2e-Tonne berechnet.

„Wir bemühen uns sehr, dem globalen Klima und der Eggentaler Natur Gutes zu tun“, betont Florian Eisath. So sind alle Events im Gebiet „Green Events“, also ökologisch nachhaltig organisiert, um ein Minimum an Müll und ein Maximum an Mülltrennung zu erreichen. Um generell die Reduzierung von Plastik- und Dosenmüll im Skigebiet voranzutreiben, will Carezza Dolomites in nächster Zeit auch die Skihüttenbetreiber als Partner für ihr Nachhaltigkeitsprojekt gewinnen. „Es ist uns wichtig, dass wir nun die Bemühungen der Reduktion ausweiten auf Nachhaltigkeitsthemen wie z.B. Vermeidung von Plastik auf den Skihütten“, so Florian Eisath. „Auch in unserem eigenen Unternehmen sollen künftig alle Papierprodukte im Hygienebereich und im Büro auf Recyclingpapier umgestellt werden.“

www.klimaneutralitaetsbuendnis2025.com
www.eggental.com
www.carezza.it

Bild: Carezza Dolomites