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Norwegen setzt auf Tourismus als Alternative zum Öl

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Die weltweit sinkende Nachfrage nach fossilen Brennstoffen stellt das Öl- und Gas-Exportland Norwegen vor große Herausforderungen. Der Tourismus soll potenzielle Rückgänge in diesen Branchen kompensieren.

Öl und Kohle sind out, Tourismus ist in: So überspitzt lässt sich die aktuelle Situation für Norwegen beschreiben, das nach eigenen Angaben vor einem markanten Paradigmenwechsel steht. Die Gründe für diese Entwicklung seien vor allem wirtschaftlicher Art. Der weltweite Rückgang bei der Produktion fossiler Energieträger und damit einhergehenden sinkenden Preise für Öl, Gas und Kohle bedeuten für Norwegens Volkswirtschaft einen großen Einnahmeverlust und eine schwache Krone. Um den für das Land bedeutenden Tourismus als eine dauerhafte Alternative zur schwächelnden Energiewirtschaft weiter ausbauen zu können, arbeiten Regierung, Interessenverbände und Marketinggesellschaften zur Zeit mit Hochdruck daran, die Rahmenbedingungen für die Tourismuswirtschaft zu verbessern.

Dazu gehöre auch die Erweiterung der klassischen Norwegenziele. Neben Fjorden und den Lofoten, dem Nordkap und der traditionsreichen Hurtigruten-Seereise spielten im Norwegentourismus zunehmend Kultur, Food und Architektur eine wichtige Rolle. So ändere zum Beispiel Norwegens Hauptstadt Oslo ihr Aussehen und Image in einem atemberaubenden Tempo. Wo früher Werften und trostlose Containerterminals standen, hat eine attraktive Architektur der Moderne Einzug gehalten, deren aufregendsten Beispiele die Oper, das Museum für Moderne Kunst und das Barcode-Viertel sind.

Das als Ölhauptstadt geltende Stavanger an der Südwestküste des Landes habe sich seit seiner Zeit als Europäische Kulturhauptstadt zu einem Hotspot nicht nur der nationalen Kulturszene entwickelt. Trondheim und die Region Trøndelag in Mittelnorwegen hätten es geschafft, eine der führenden Gourmetregionen Nordeuropas zu werden. Dass diese Themen ziehen, belegen kontinuierlich steigende Besucherzahlen wie zahlreiche direkte Flug- und Fährschiffverbindungen ab Deutschland und dem europäischen Ausland.

„Der Einfluss der Änderungen weg vom Erdöl sind für Norwegens Wirtschaft von fundamentaler Natur. Der Tourismus ist eine der größten globalen Wachstumsbranchen, und die neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können Norwegen zu einem ausgewachsenen Tourismusboom verhelfen“, sagt Manuel Kliese, Leiter Visit Norway Deutschland. „Eine solche Entwicklung hat Norwegen als Volkswirtschaft mit der größten Abhängigkeit vom Export fossiler Brennstoffe in Europa auch nötig, um eine Alternative bei der Wertschöpfung zu haben. Der Tourismussektor ist dafür bestens geeignet.“

Für die Annahme, dass der touristische Erfolg dauerhaft sein werde, sprächen demnach mehrere Faktoren. Neben dem deutlich günstigeren Kronenkurs seien vor allem das Interesse an den modernen Gesellschaften Nordeuropas sowie der Trend zu weniger Fernreisen und zu Reisezielen mit angenehmem Klima dem Norwegentourismus zuträglich. Die rund 70 Prozent Aktivurlauber unter den Norwegentouristen werde es freuen, dass die 44 Nationalparks des Landes nach dem Willen der Regierung zukünftig deutlich aktiver genutzt werden könnten. Ohne verbraucht zu werden, wie es aus Oslo ausdrücklich heißt.

„Wenn man die globale Entwicklung sieht, sind für uns die Chancen der Tourismusentwicklung größer als die Risiken. Die Nachfrage nach naturschönen, sicheren und gut entwickelten Reisezielen, die zudem möglichst barrierefrei sind und nachhaltige Produkte bieten, ist stark steigend. Ich bin überzeugt davon, dass der Tourismus nach Norwegen hier mittel- bis langfristig zu den großen Gewinnern zählen wird“, so Manuel Kliese.

Visit Norway ist Teil von Innovation Norway, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des norwegischen Staates, die mit Büros in über 30 Ländern vertreten ist. Unter der Marke Visit Norway ist sie auch für das Tourismusmarketing Norwegens verantwortlich. Für den deutschen Quellmarkt wurde eigens ein Advisory Board eingerichtet.

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