DTV fordert neue Schulferienregelung

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Der DTV legt erstmals eine Studie zu den Effekten von Lage und Dauer der gesamten Schulferientage auf den Deutschlandtourismus vor. Der ADAC kritisiert den daraus folgenden Vorschlag.

„Mit der derzeitigen Ferienregelung verschenken die Kultus- und Bildungsminister die Chance auf Umsätze in Milliardenhöhe“, sagt Dr. Martin Spantig, Vizepräsident des Deutschen Tourismusverbandes e.V. (DTV).  „Durch eine geschicktere Planung der Ferien könnten bis zu 15,6 Milliarden Euro mehr Umsatz und bis zu 250.000 zusätzliche Arbeitsplätze für den deutschen Tourismus entstehen“, glaubt Dr. Martin Spantig.

Dazu müssten die Bundesländer lediglich die vor- und nachgelagerten Wochenenden sowie die bundesweiten Feiertage in die Ferienzeiten einbinden. Winter-, Oster-, Pfingst-, Sommer-, Herbst- und Weihnachtsferien sollten demnach möglichst montags beginnen und freitags enden, damit die Wochenenden am Anfang und Ende der Ferien als Reisezeit zur Verfügung stünden. Denn: „Jeder Tag, der nicht als möglicher Reisetag genutzt wird, kostet u. a. deutsche Hotels, Freizeiteinrichtungen, Museen und den Einzelhandel bis zu 120 Millionen Euro Umsatz“, so Dr. Martin Spantig. Der ADAC kritisierte prompt diesen Vorschlag, weil er zu mehr Staus führe.

Die Bundesländer setzen die Schulferien eigenständig fest. Die Termine für die Sommerferien regele hingegen die Kultusministerkonferenz (KMK). Im Jahr 2014 will die KMK die Termine für die Jahre 2018 bis 2024 festlegen. Die Ferienkorridore umfassten seit 1952 64 bis 93 Tage mit deutlich abnehmender Tendenz in den letzten Jahren. Im nächsten Jahr schrumpfe der Sommerferienkorridor auf 71 Tage.

Die Folge: Das Angebot in den Ferienorten werde künstlich verknappt, weil sich die Saison auf weniger Tage verteile. Urlauber müssten höhere Preise und Staus einplanen. Die Beherbergungsbetriebe hätten mit einer kurzen Auslastung zu kämpfen. „Wünschenswert wäre es, den Ferienkorridor mit rund 90 Tagen so oft wie möglich auszuschöpfen“, so Dr. Martin Spantig. Anfang Juni hatten sich die Wirtschaftsminister bereits für eine Ausweitung des Sommerferienkorridors eingesetzt.

Aber nicht nur uneinheitliche Sommerferienkorridore stellten die Tourismuswirtschaft vor eine große Herausforderung. Die jährlich schwankende Lage aller Ferienzeiten erschwere die Personalplanung in den Betrieben. „Daher ist eine stärkere Abstimmung der Ferien auch im ersten Halbjahr wünschenswert“, so Dr. Martin Spantig.

Die Studie „Analyse der Ferienzeiten in Deutschland“ führten Dr. Martin Linne (Autor) und Prof. Dr. Axel Dreyer (wissenschaftliche Begleitung) von der Gesellschaft für TourismusForschung durch. Grundlage der Untersuchung seien die Anreisen der Inländer in den Ferienzeiten der Jahre 2002 bis 2012.

http://www.deutschertourismusverband.de/