HOTREC verurteilt Google-Deal

am . Veröffentlicht in Hotellerie & Hospitality Management

Der Fall Google sorgt weiter für Diskussionen: Auch aus Sicht des HOTREC, des europäische Dachverbands der Hotel- und Gaststättenverbände, verpasst die Europäische Kommission die Gelegenheit, neutralere Suchergebnisse zu gewährleisten.

Die HOTREC zeigt sich demnach enttäuscht von der Ankündigung der Europäischen Kommission, dass Googles nachgebesserte Selbstverpflichtung geeignet sein solle, bestehende Wettbewerbsbedenken zu zerstreuen. „Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sollte die entsprechenden Kartellermittlungen zur Online-Suche und Online-Werbung nicht einstellen, da Googles Vorschläge zu Selbstverpflichtung marginal sind und sogar kontraproduktiv wirken können”, fordert HOTREC-Präsident Kent Nyström. „Organische Suchergebnisse für Hotels und Restaurants müssen eine faire Chance haben, von Google direkt und nicht nur über bezahlte Aggregatoren wie Buchungsportale, Bewertungsanbieter oder Metasuchmaschinen angezeigt zu werden.”

Das europäische Gastgewerbe hält Googles Verpflichtungszusagen für nicht ausreichend, um neutrale Suchergebnisse auf Google zu gewährleisten. Dabei sei es von enormer Bedeutung, dass organische Suchtreffer im Vergleich zu kommerziellen oder beworbenen Ergebnissen (Metasuchmaschinen oder Googles eigene Spezialdienste) nicht benachteiligt würden. Die organischen Suchergebnisse seien der einzig verbliebene Bereich bei Google, wo einzelne Hotels und Gaststätten eine faire Chance hätten, sichtbar zu sein und einen direkten Link zu ihren Angeboten zu platzieren. Entsprechend wichtig sei es für Verbraucher und Anbieter gleichermaßen, dass relevante organische Suchergebnisse von Google prominent platziert werden.

HOTREC lehnt daher auch Googles nachgebesserte Verpflichtungszusage ab. Stattdessen wiederholt HOTREC seinen Vorschlag, dass sich Google zu der generellen Regel verpflichten sollte, nicht mehr als 30 Prozent der sichtbaren Suchergebnisfläche eines jeden Bildschirms mit bezahlten Dienstleistungen (AdWords, Links zu Konkurrenten, Googles eigenen Produkten) zu bedecken; die restliche Fläche sollte organischen Suchergebnissen vorbehalten bleiben. So erhielte der beste neutrale Suchtreffer auch eine faire Chance angeklickt zu werden, denn Platzierungen auf nachfolgenden Suchergebnisseiten seien -  wie Studien belegen - weitgehend irrelevant für den Nutzer.

Auf jeden Fall solle die Europäischen Wettbewerbshüter den Suchmaschinenmarkt weiter im Auge behalten. „Eine striktere Regulierung ist notwendig. Die Europäische Kommission sollte ihrerseits eine Initiative starten, das Bieten auf fremde Markennamen (Brand Bidding), zum Beispiel durch Online-Buchungsportale bei Google AdWords, generell zu unterbinden“, schlägt Markus Luthe, zuständiges Mitglied im Executive Committee von HOTREC und Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA), vor.

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