Nordsee und Ostfriesische Inseln funken SOS an die Politik: Krise bleibt existenziell

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Borkum

 

Auch wenn die niedersächsische Nordseeküste und die Ostfriesischen Inseln wieder Gäste empfangen: Die Lage der Tourismuswirtschaft als Folge der anhaltenden Corona-Pandemie ist dramatisch, die Krise weiterhin existenziell. Mit einem Positionspapier wenden sich deshalb die Ostfriesische Inseln GmbH und die Nordsee GmbH gemeinsam an den niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Dr. Bernd Althusmann.

Mit 16,5 Millionen Übernachtungen vertreten die Ostfriesische Inseln GmbH und die Die Nordsee GmbH 20 Prozent der Übernachtungen in gewerblichen Betrieben in Niedersachsen. Damit gehören sie zu den wichtigsten niedersächsischen Tourismusorganisationen. „In dem Positionspapier machen wir zum einen deutlich, wie wichtig unsere Arbeit für die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen ist, zum anderen liefern wir zehn konkrete Vorschläge, wie wirkungsvolle Überlebenshilfe für uns und unsere Träger, die Kommunen, aussehen kann“, so Armin Kanning, Aufsichtsratsvorsitzender der die Nordsee GmbH.

Mögliche Lösungsansätze

Unter anderem schlagen die Unterzeichnenden in dem Positionspapier einen Erlass des Strandnutzungsentgeldes, das vom Land Niedersachsen erhoben wird vor. Ein weiterer Vorschlag ist auf die Kompensation ausgefallener Gästebeiträge und die Erhöhung der Förderquoten für zukünftige touristische Projekte gerichtet.

Die Forderungen im Überblick:

  1. Rettungsschirm auf Basis des entgangenen Gästebeitrages in der Zeit des Shutdowns.
    Alternativ: Rettungsschirm für niedersächsische Tourismus-Kommunen.
  2. Aufnahme der privatwirtschaftlichen Nicht-DAWI-Geschäftsfelder in den Kreis der Zugangsberechtigten für die staatlichen Soforthilfen und weitere Hilfen
  3. Erlass des Strandnutzungsentgeldes bis 2021
  4. Temporäre Reduzierung der Mehrwertsteuer auf 7% auf alle touristischen Umsätze
  5. Eine umfassende Nordsee-Marketingkampagne der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH (TMN)
  6. Erhöhung der Förderquoten für zukünftige touristische Projekte.
  7. Senkung der Eigenanteile bei laufenden touristischen Förderprojekten.
  8. Vereinfachung und Beschleunigung bei Förderprojekten, Vereinfachung der Ausschreibungsverfahren
  9. Bürgschaften des Landes für touristische Zukunftsprojekte
  10. Konjunkturprogramm für Neuanfang, Aufbruch, Innovation, Saisonausweitung und Nachhaltigkeit, um die Nachfrage langfristig zu stabilisieren.

„Wir stellen die maßgeblichen Weichen für den Tourismus an der Nordsee und die Lage ist bedrohlich. Die Folgen der Corona-Pandemie haben uns bis Ende Mai alleine 3 Millionen gästebeitragspflichtige Übernachtungen gekostet. Wir sprechen hier über Einnahmeverluste von 6,6 Millionen Euro“, so Göran Sell, Geschäftsführer der Ostfriesische Inseln GmbH. „Zudem kommt: Wir sind nicht nur Tourismus-Organisationen. Wir sind Kommunen, deren Existenz von Tourismus abhängt. Es ist, als wären TUI oder Lufthansa eine Stadt“, ergänzt Wilhelm Loth, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Ostfriesische Inseln GmbH.

Um auch in den sozialen Netzwerken auf die momentane Situation aufmerksam zu machen, haben die sieben Ostfriesischen Inseln und fünf Küstenorte auf ihren Social-Media-Präsenzen entsprechende Beiträge gepostet.

Die Ostfriesische Inseln GmbH wurde im Dezember 2017 als Dachorganisation gegründet. Ihr Anspruch ist es, die Stärken der Ostfriesischen Inseln nach außen zu tragen und sie als international führende Urlaubsregion zu etablieren. Schon jetzt gehören die Ostfriesischen Inseln zu den Top-Destinationen in Deutschland. Durch den Tourismus erwirtschaften sie einen Bruttoumsatz von rund 1 Milliarde Euro im Jahr. Gesellschafter der Ostfriesische Inseln GmbH sind die Tourismusorganisationen der Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge – außerdem die Reedereien AG EMS, AG Norden-Frisia, Baltrum-Linie GmbH, Schiffahrt Langeoog, Schifffahrt Spiekeroog und Schifffahrt Wangerooge.

Zum Positionspapier

www.ostfriesische-inseln.de
https://www.die-nordsee.de/

Bild: https://pixabay.com/de/photos/borkum-nordsee-dunkel-regen-2078406/

 

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