Visit Düsseldorf: Neue Strategie will Verweildauer in Düsseldorf erhöhen

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Visit Düsseldorf: Neue Strategie will Verweildauer in Düsseldorf erhöhen

 

Visit Düsseldorf hat ihre erste eigenständige Tourismusstrategie vorgestellt. Rund 250 Branchenvertreterinnen und -vertreter verfolgten die Präsentation in den Design Offices Fürst & Friedrich. Die Strategie „Future of Tourism Düsseldorf" setzt auf Qualität statt Quantität und will die Wertschöpfung im Einklang mit der Stadtgesellschaft steigern.

Der Düsseldorfer Tourismus wachse: Ankünfte und Übernachtungen sollen zugenommen haben, die Hotelauslastung stabil geblieben sein, Gäste die Stadt überdurchschnittlich positiv bewertet haben. Doch die Verweildauer sei gering. Düsseldorf sei eine Messe- und Eventstadt, deren Besucherinnen und Besucher im Schnitt nur 1,6 Nächte bleiben.

„Düsseldorf geht es im Tourismus gut – gerade deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, bewusst nachzusteuern", sagte Jens Ihsen, Geschäftsführer von Visit Düsseldorf. „Unser Ziel ist nicht Wachstum um jeden Preis, sondern mehr Qualität: längere Aufenthalte, passende Zielgruppen und ein Tourismus, der echten Mehrwert für Gäste, Wirtschaft und Stadtgesellschaft schafft."

Die Stadt biete nach Angaben von Visit Düsseldorf hohe Aufenthaltsqualität, kurze Wege, eine lebendige Kulturszene und kulinarische Vielfalt. Doch außerhalb der Region wählten Reisende Düsseldorf selten als Ziel, sondern kamen wegen konkreter Anlässe wie Messen, Konzerten oder Sportevents.

„Unsere Studien zeigen deutlich: Wer Düsseldorf dann einmal erlebt, ist begeistert und empfiehlt die Stadt weiter", sagte Thorben Meier, Geschäftsführer von Düsseldorf Marketing. „Das größte Potenzial liegt deshalb nicht in mehr Gästen, sondern in intensiveren und längeren Aufenthalten – in Erlebnissen, die über den ursprünglichen Anlass hinausgehen."

Visit Düsseldorf entwickelte die Strategie gemeinsam mit Düsseldorf Marketing. Sie wolle Tagesgäste aktivieren, Anlassbesucherinnen und -besucher länger halten und Übernachtungsgäste zu weiteren Aktivitäten bewegen.

Messen, Konzerte, Sportveranstaltungen und Stadtfeste dienten als Ausgangspunkt. Die Strategie setze darauf, Besucherinnen und Besucher über den eigentlichen Anlass hinaus zu gewinnen. „Wir nutzen kommende Highlights wie die Residency der Backstreet Boys im Spätsommer 2026 oder das Art:walk Festival, um Gästen über den eigentlichen Anlass hinaus zusätzliche Angebote in Kulinarik, Shopping und Kultur zu machen", erklärte Jens Ihsen.

Die Formel lautet: Anlass plus Erlebnis ergebe Wertschöpfung. Visit Düsseldorf will Aufenthalte aufwerten und die wirtschaftliche Wirkung erhöhen.

Die Strategie basiere auf umfangreichen Daten. Visit Düsseldorf und Düsseldorf Marketing werteten nationale und internationale Tourismusstudien, Gästebefragungen, Bürgerbeteiligungen, Tourismusakzeptanzbefragungen, Bewegungs- und Mobilitätsdaten bei Großveranstaltungen sowie eine Untersuchung zum touristischen Wirtschaftsfaktor aus.

„Wir haben uns bewusst vom Bauchgefühl verabschiedet und arbeiten mit einem klaren Anspruch: vom Glauben zum Wissen", so Thorben Meier. „Diese objektiven Insights ermöglichen uns, Maßnahmen gezielt zu priorisieren und den Erfolg unserer Arbeit für Düsseldorf messbar zu machen."

Die Strategie stelle die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt. Bürgerbeteiligung sei fester Bestandteil. „Tourismus darf kein Fremdkörper sein, sondern muss einen Mehrwert für die gesamte Stadtgesellschaft schaffen", erklärte Jens Ihsen. „Wenn die Infrastruktur und das kulturelle Angebot die Menschen vor Ort begeistern, profitieren unsere Gäste automatisch."

Die Mehrheit der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer bewertete den Tourismus positiv und stand Gästen offen gegenüber, wie aktuelle Daten zeigten. Die Strategie setze auf Qualitätstourismus, Entzerrung von Besucherströmen und Angebote für Einheimische und Gäste.

Der Tourismus erwirtschaftete in Düsseldorf jährlich rund 2,95 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung, wie eine Studie des DWIF aus dem Jahr 2024 zeigte. Die Strategie verzichte auf reines Mengenwachstum und messe Erfolg künftig an mehreren Kennzahlen, darunter lokale Wertschöpfung und Lebensqualität.

Visit Düsseldorf verstehe sich als Plattform für Kooperation und Aktivierung. Gemeinsam mit Veranstalterinnen und Veranstaltern, Leistungsträgerinnen und Leistungsträgern, Kulturinstitutionen, Wirtschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft entwickelte die Organisation Anlässe, Erlebnisse und Vermarktungsmaßnahmen.

„Düsseldorf verfügt über starke touristische Qualitäten: eine international anerkannte Kunst- und Kulturszene, vielfältige Veranstaltungen und Events, kurze Wege – und vor allem eine offene, gastfreundliche Stadtgesellschaft. Mit 3,45 Millionen Ankünften und 5,67 Millionen Übernachtungen 2025 ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt. Die neue Tourismusstrategie setzt genau hier an: Sie nutzt unsere Vorzüge gezielt, stärkt Erlebnisse und Aufenthaltsqualität und sorgt dafür, dass Tourismus auch künftig im Einklang mit Düsseldorf und den Menschen, die hier leben, weiterentwickelt wird", sagte Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Visit Düsseldorf will die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 1,6 auf 2,0 Nächte steigern. Die Transformation vom Anlassgast zum Erlebnisgast soll die wirtschaftliche Wirkung in Einzelhandel, Gastronomie und Kultur erhöhen. Unter dem Motto „More than a visit" strebe Düsseldorf an, sich als eine der führenden Eventstädte Deutschlands zu positionieren.

 

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Bild: © Eugen Shkolnikov – Future of Tourism Pressebilder

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