Berliner Gespräche der DZG: Tourismuspolitik, KI und Nationale Tourismusstrategie im Fokus

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) hat in den vergangenen Monaten Gespräche mit Spitzenpolitikern in Berlin geführt, um zentrale Anliegen der Gastwelt-Branche zu vertreten. Hintergrund waren anhaltende Kostensteigerungen und eine gedämpfte Konsumnachfrage, die Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft unter Druck setzten.
Im Mittelpunkt der Gespräche mit dem Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Dr. Christoph Ploß MdB (CDU), und dem Vorsitzenden der AG Tourismus der SPD-Bundestagsfraktion, Stefan Zierke MdB, standen drei Themen: Arbeitszeitflexibilisierung, die Weiterentwicklung der Nationalen Tourismusstrategie und eine branchenweite KI-Offensive.
DZG-Aufsichtsratsvorsitzende Homeira Amiri forderte die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit bis spätestens 1. Januar 2027. „Diese Maßnahme ist haushaltsneutral, hilft unseren 250.000 Gastwelt-Betrieben Nachfragespitzen effizienter besser zu bedienen und gibt unseren Beschäftigten ganz neue Möglichkeiten, z.B. die Kinderbetreuung einfacher zu organisieren", so Amiri.
Die im Januar 2026 vom Bundeskabinett verabschiedete Nationale Tourismusstrategie bewertete Amiri positiv, plädierte jedoch für eine Weiterentwicklung: „Die Strategie beinhaltet wichtige kurzfristige Maßnahmen, braucht aber unbedingt auch eine längerfristige strategische Perspektive sowie ein übergeordnetes Gesamtziel, auf das alle hinarbeiten." Die DZG arbeite nach eigenen Angaben bereits an einer Erweiterung der Strategie, die im Spätsommer 2026 veröffentlicht werden soll.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz spielten ebenfalls eine zentrale Rolle in den Berliner Gesprächen. DZG-Aufsichtsratsmitglied Alexandra Wolframm, die die neue Digitalisierungs-Taskforce der Denkfabrik leite, betonte: „KI ersetzt keine Gastfreundschaft – sie verstärkt sie. Wenn Routineaufgaben automatisiert werden, gewinnen Mitarbeitende Zeit für das, was wirklich zählt: den persönlichen Kontakt mit dem Gast. Das ist die Stärke moderner Hotels und Restaurants, die auf intelligente Technologie setzen."
Zur Finanzierung digitaler Investitionen hat die DZG die Einrichtung einer eigenständigen Gastwelt-Bank vorgeschlagen, die an die KfW angegliedert werden soll. Als Vorbild nannte die Denkfabrik die österreichische Förderbank. „Wenn wir wollen, dass Digitalisierungs- und KI-Lösungen flächendeckend und schneller eingesetzt werden, müssen wir auch klären, woher die Mittel dafür kommen. Eine Gastwelt-Bank mit einem Förderfokus auf diese Themen könnte die digitale Transformation unserer Betriebe durch Förderzuschüsse und zinsgünstige Kredite substanziell beschleunigen", erklärte Wolframm.
Die Einrichtung eines Tourismuspolitischen Forums beim Bundeswirtschaftsministerium begrüßte die DZG ausdrücklich. DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge sprach sich dabei für eine stärkere Einbindung von Unternehmerinnen und Unternehmern aus: „Wir wünschen uns bei dieser Gelegenheit, dass mehr Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Gastwelt einbezogen werden und nicht nur Verbände dort vertreten sind. Etwas mehr Praxisnähe würde dem Forum auf jeden Fall gut zu Gesicht stehen."
Mehr Informationen: Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG)
Bild: © DZG – Im Austausch: DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge, DZG-Aufsichtsratsmitglied Alexandra Wolframm, Tourismuskoordinator Dr. Christoph Ploß MdB, und DZG-Aufsichtsratschefin Homeira Amiri (von links).
