Bayerisches Zentrum für Tourismus: Studie zeigt veränderte Gewohnheiten beim Essengehen

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland ist seltener ins Restaurant gegangen als noch vor einem Jahr. Das war das Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT). Als Grund nannten die Befragten gestiegene Preise.
Trotz der Zurückhaltung sei der Restaurantbesuch für viele Teil des Alltags geblieben: 31 Prozent sollen mindestens einmal monatlich außer Haus essen gegangen sein, 24 Prozent sogar wöchentlich oder öfter. Jüngere Menschen sollen Restaurants häufiger als ältere besucht haben, so BZT-Leiter Prof. Alfred Bauer.
Besonders stark betroffen seien Haushalte mit geringem Einkommen gewesen. In der Gruppe mit weniger als 1.000 Euro monatlich sollen 40 Prozent nahezu vollständig auf Restaurantbesuche verzichtet haben. Weitere 46 Prozent sollen seltener essen gegangen sein als zuvor. Bei Haushalten mit mehr als 5.000 Euro Einkommen sei das Verhalten dagegen weitgehend unverändert geblieben.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei für 65 Prozent das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Restaurants gewesen. Danach sollen Gemütlichkeit (52 Prozent), die Art der Küche (39 Prozent) und die Erreichbarkeit (34 Prozent) gefolgt sein. Die Motive für den Besuch seien vor allem sozial gewesen: 52 Prozent sollen einen schönen Abend verbringen wollen, 51 Prozent sollen sich mit Freunden getroffen haben, 33 Prozent kulinarischen Genuss gesucht haben. Entsprechend sollen die meisten in Begleitung gegessen haben – mit Partner (59 Prozent), Familie (52 Prozent) oder Freunden (45 Prozent).
Erlebnisfaktoren sollen an Gewicht gewonnen haben: 40 Prozent sollen Wert auf eine besondere Lage gelegt haben, 27 Prozent auf die Einrichtung, 17 Prozent auf Themenabende.
Klassische Restaurants sollen die Beliebtheitsskala angeführt haben (64 Prozent), vor Fast-Food-Ketten (33 Prozent), Gaststätten (28 Prozent) und Cafés (25 Prozent). Lieferdienste sollen dagegen an Bedeutung verloren haben: Nur noch 30 Prozent sollen sie mindestens monatlich genutzt haben. 44 Prozent sollen fast vollständig darauf verzichtet haben – ein Anstieg um 10 Prozentpunkte gegenüber der Vorbefragung.
Bei der Küchenrichtung sei die italienische Küche Favorit geblieben (58 Prozent), gefolgt von deutscher oder regionaler Küche (50 Prozent), asiatischer (43 Prozent) und griechischer Küche (41 Prozent).
Im Urlaub habe Kulinarik eine große Rolle gespielt: 64 Prozent der Befragten sei Essen und Trinken wichtig oder sehr wichtig gewesen, nur 7 Prozent sollen dem keine Bedeutung beigemessen haben. Unter den deutschen Bundesländern sollen 45 Prozent Bayern mit besonderen kulinarischen Angeboten verbunden haben, 18 Prozent Baden-Württemberg und 14 Prozent Hamburg.
Für die Studie „Wie Deutschland essen geht" habe das Marktforschungsinstitut NIQ im Auftrag des BZT 2.028 Personen zwischen 18 und 74 Jahren befragt.
Mehr Informationen: BZT Studie Wie Deutschland essen geht – Bayerisches Zentrum für Tourismus
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