Schleswig-Holstein zieht Halbzeitbilanz der Tourismusstrategie 2030

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Schleswig-Holstein zieht Halbzeitbilanz der Tourismusstrategie 2030

 

Schleswig-Holstein hat vier Jahre nach dem Start der Tourismusstrategie 2030 eine Zwischenbilanz gezogen. Auf der zweiten Konferenz zur Tourismusstrategie informierten Vertreterinnen und Vertreter des Landes rund 200 angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Stand der Umsetzung in den zehn Handlungsfeldern.

Die Strategie hat sich von der konzeptionellen Arbeit hin zur praktischen Umsetzung entwickelt. Zwei Drittel der 38 Leitprojekte seien umgesetzt worden oder sollen sich in der Umsetzung befinden. 39 Prozent der Projekte sollen als abgeschlossen oder dauerhaft etabliert gelten, weitere 37 Prozent sollen aktuell bearbeitet werden. Das Land habe seit Beginn der Strategie rund 2,9 Millionen Euro für Projekte, Studien und weitere Maßnahmen bereitgestellt.

Staatssekretärin Julia Carstens betonte in ihrem Impulsvortrag: „Schleswig-Holstein hat in den ersten Jahren der Umsetzung der Tourismusstrategie gute Fortschritte gemacht. Die kommenden Jahre sollten sich darauf konzentrieren, die vorhandenen Stärken auszubauen, neue innovative Konzepte zu entwickeln und vor allem Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Vernetzung im Tourismus zu sichern.“

Das Deutsche Institut für Tourismusforschung an der Fachhochschule Westküste stellte aktuelle Zwischenergebnisse des landesweiten Kennzahlensystems vor. Für die neun Kennzahlen seien Zielwerte bis 2030 definiert worden. Laut Institut liege die Zielerreichung im Plan. Ein Leitprojekt sei die landesweite Messung der Mitarbeitendenzufriedenheit im Tourismus. Diese Erhebung habe erstmals stattgefunden. Manon Krüger vom Institut erklärte: „Weitere wichtige Datenerhebungen sind ebenfalls erfolgt, jetzt müssen wir sie im Detail auswerten. Dies betrifft zum Beispiel zentrale Bereiche wie Gästezufriedenheit und Tourismusakzeptanz unter den Einheimischen. Hier zeigen sich jetzt schon solide Werte.“

Neu eingeführt wurde die Wissensplattform touhuus.sh. Nach Angaben des Landes biete sie erstmals eine zentrale digitale Anlaufstelle für die Tourismusbranche in Schleswig-Holstein. Die Plattform bündele Brancheninformationen und soll den Wissensaustausch erleichtern.

Konkrete Beispiele aus der Umsetzung zeigten den Übergang von der Strategie in die Praxis. Die Touristische Landesdatenbank Schleswig-Holstein, entwickelt von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, erleichtere Touristikerinnen und Touristikern die Bereitstellung und Verbreitung von Informationen. Widgets sollen seit 2025 die kostenlose digitale Ausspielung touristischer Daten über Websites und Apps ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Stärkung des Binnenlandes, das rund 80 Prozent der Landesfläche umfasse. Für dieses Handlungsfeld sollen bis 2030 rund 13 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Grundlagenarbeit umfasste die Erstellung einer Binnenlandstrategie und die Einrichtung der ARGE Binnenland. Zwei Projekte erhielten bereits Förderzusagen: „Neumünster digital erleben – in Raum und Zeit“ und „Vivaplan – Entwicklungs- und Konzeptphase für den Naturerlebnisort Vivaneum“.

Britta Franke, Leiterin des Umsetzungsmanagements der Tourismusstrategie 2030, sagte: „In fast allen Handlungsfeldern wurden wichtige Grundlagen geschaffen, mit denen jetzt schon gearbeitet werden kann. So wird die Tourismusstrategie Schritt für Schritt mit Leben gefüllt. Nun geht es darum, diese Ergebnisse in die Praxis zu bringen und die Umsetzung weiter in die Breite zu tragen – von der Landesebene über die Regionen bis in die Kommunen.“

Bis 2030 soll die Umsetzung verstärkt vor Ort erfolgen. Es gehe dabei um barrierearme Angebote, Projekte mit Fördermitteln und den Aufbau von Wissen. Herausforderungen bestehen in der ökologischen Transformation des Tourismus, der Klimaanpassung, der Fachkräftesicherung und der Digitalisierung.

 

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Bild: © oliverfarys – Ziehen Zwischenbilanz: (v.li.) Manon Krüger, Britta Franke, Staatssekretärin Julia Carstens.