Neues Audioformat: Reisewundern verbindet Vergangenheit des Reisens mit Fragen der Gegenwart

Mit Reisewundern startete ein neues wöchentliches Audioformat, das die Geschichte des Reisens mit aktuellem Tourismusmarketing verbindet. Herausgegeben von Julia Jung und Stefan Niemeyer, beleuchtet das Format, wie historische Reisegewohnheiten und Rituale bis heute das Verhalten von Reisenden und die Mechanismen des Marketings prägen.
Im Mittelpunkt stehen nicht touristische Angebote, sondern die Menschen ihrer Zeit – ihre Erwartungen, Entscheidungen und Routinen beim Reisen. Jede Episode erzähle eine historische Reisegeschichte aus der Perspektive konkreter Reisender. So begleitete das Hörspiel etwa William Harper bei einer Mondscheinfahrt von Thomas Cook, Charlotte Amalie von Berg beim ersten Bad im Meer oder Elizabeth Harrington mit ihrem Claude-Glas. Diese Szenen zeigten, wie sich Reisende früher orientierten und Sicherheit fanden – und welche dieser Muster bis heute fortwirken.
„Wir sprechen bewusst nicht über Geschichte, sondern aus ihr heraus“, erklärte Julia Jung. „Indem wir versuchen, die Perspektive der historischen Protagonisten einzunehmen, entsteht ein Selbstgespräch aus ihrer Zeit – und genau darin zeigen sich Mechaniken, die bis heute unser Reiseverhalten prägen.“ Die historischen Beobachtungen werden anschließend mit Erkenntnissen aus Verhaltensökonomie, Nudging und Ritualmarketing eingeordnet. Ziel sei es, Denkimpulse für die Praxis zu geben, keine fertigen Rezepte.
Jede Folge führe zu einer zentralen Frage: Was bewegte Reisende damals – und was sagt das über heutiges Marketing aus? Reisewundern richte sich an Fachleute im Tourismus und Marketing, die ihr Handeln stärker am tatsächlichen Verhalten von Reisenden ausrichten wollen.
Das Format verzichte bewusst auf Trenddiskussionen oder Tool-Tipps. Stattdessen steht pro Folge ein Gedanke im Mittelpunkt, der sich auf Kommunikation, Angebotsgestaltung oder Entscheidungsarchitekturen übertragen lässt. In einer Zeit, in der KI-Anwendungen Prozesse beschleunigen und Inhalte automatisieren, hat Reisewundern den Blick auf das Konstante gerichtet: menschliche Entscheidungs- und Orientierungsmuster.
Tourismusorganisationen sind eingeladen, eigene historische Reisegeschichten, Rituale oder Begebenheiten aus ihrer Region beizutragen. Diese werden recherchiert und als neue Episoden aufbereitet. So soll schrittweise eine Sammlung von Reiseerfahrungen entstehen, die zeigt, wie Reisen gedacht, erlebt und gestaltet wurde.
Mehr Informationen: Reise ins Damals. Präge das Heute.
Bild: © reisewundern.de