Joachim Schmidt - Intensive Senses: "Die Zeit der Spielerei ist nun vorbei."

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"Die klassische DMO wird sich weiter zum Ideengeber und Experten für lokale Ereignisse und Aktivitäten entwickeln müssen."

Wie wird 2018? Ein Ausblick auf den digitalen Tourismus

Wie wird sich die touristische Nachfrage entwickeln?

Nicht nur bei Reisenden verlagert sich die Internetnutzung inzwischen zu fast 90% ins mobile Internet auf Smartphones und Tablet PCs. Destinationen, Veranstalter und touristische Unternehmen, die noch keine "Mobile first"-Strategie haben, werden 2018 um diese nicht mehr herumkommen. Zumal auch Google ab diesem Jahr seinen Fokus auf das Ausspielen von mobilen Suchergebnissen im Google Index legt.

Die klassische DMO wird sich weiter zum Ideengeber und Experten für lokale Ereignisse und Aktivitäten entwickeln müssen. Reine Informationsplattformen mit Öffnungszeiten von Museen oder Buchungsanfragen für freie Zimmer der örtlichen Betriebe haben auf einer DMO Webseite im Jahr 2018 ausgedient. Diese Informationen lassen sich inzwischen auf anderen Seiten viel schneller, aktueller, zentraler und übersichtlicher herausfinden. Der Hauptgrund für das Aufrufen einer Tourismuswebseite ist heutzutage ein ganz anderer: Reisende und Interessenten wollen vor allem über Erlebnisse und Emotionen eine Destination oder einen Veranstalter kennenlernen. Dreht sich die digitale Kommunikation auf der Webseite, im Blog oder in den Sozialen Kanälen des Anbieters nicht um emotionale Erlebnisse, so werden es Touristiker in den kommenden Monaten schwer haben, ihre Zielgruppe noch zu erreichen.

Für die Aufbereitung von digitalem Content ergeben sich viele neue Aufgaben und Herangehensweisen. Doch trotz aller neuen Möglichkeiten muss Content vor allem eins bleiben, um zu funktionieren: authentisch! Denn wie sagte schon Erich Kästner: "Ob die Geschichte geschehen ist oder nicht, ist gleichgültig; Hauptsache, sie ist wahr".

Was wird uns 2018 beschäftigen?

Content Marketing wird wie in den Jahren zuvor weiter wichtig werden für Destinationen, Reiseveranstalter und touristische Unternehmen. Im neuen Jahr kommt es nun vor allem darauf an, seine Zielgruppe noch gezielter mit zugeschnittenen Themen und Informationen im Detail zu erreichen.

Uns wird Content Marketing begegnen, das exakt die verschiedenen Adressaten einer DMO bzw. eines touristischen Unternehmens anspricht - je nach Alter, Geschlecht, Reisegewohnheiten, Interesse bzw. Aktivität. Das Gießkannenprinzip ist im digitalen Marketing endgültig vorbei. Durch grundlegende Auswertung verschiedener Kundendaten, Analyse der bestehenden Offline- und Online-Kanäle und das Heranziehen von Persona-Modellen haben Marketer alle relevanten Grundlagen für die Planung der individuellen Ansprache zur Hand und können diese in den passenden Kanälen, mit den passenden Mitteln und zum passenden Zeitpunkt der Relevanz exakt ausspielen.

Die Themen Live-Kommunikation sowie die Erstellung von Storys in den Sozialen Netzwerken werden gerade den Tourismus im Jahr 2018 maßgeblich beeinflussen. Auch wenn Jugendliche schon lange auf Snapchat mittels Storys kommunizieren, so war es vor allem Instagram, das im vergangenen Jahr der Story-Funktion, also der Erstellung von kurzen, aktuellen und nur für 24 Stunden abrufbaren Content-Schnipseln mittels Smartphone, zum Durchbruch verhalf. Gerade Destinationen, Veranstalter, Reisebüros und Hotels machten davon 2017 ab der zweiten Jahreshälfte immer mehr Gebrauch.

Damit zusammenhängend wird sich Video als Medium der touristischen Kommunikation 2018 weiterentwickeln, denn gerade in Zeiten von Informationsüberflutung lassen sich in kurzen, knackigen Videos viel schneller Inhalte und Emotionen vermitteln.

Auch die passende Verbreitung des Contents innerhalb der Zielgruppe wird uns 2018 weiter beschäftigen, denn nur, wenn dieser auch die richtigen Reisenden zum richtigen Zeitpunkt erreicht, hat er eine Daseinsberechtigung. So wird es vor allem auf neue und weitere Formen des sog. "Seedings" ankommen. Während Facebook hier den Algorithmus für Seiten immer weiter verändert und die organische Verbreitung der Posts von Unternehmen Schätzungen zufolge nur noch bei 1-2% liegt, werden vor allem bezahlte Verbreitungsmöglichkeiten wie Influencermarketing (und hier vor allem über Microinfluencer), Native Advertising und Facebook Ads weiter zunehmen.

Aber auch die direkte Kommunikation und Verbreitung von Inhalten über Messenger Dienste wie bspw. über den Facebook Messenger oder WhatsApp sollten sich Touristiker im neuen Jahr genauer anschauen. Und nicht zuletzt der klassische Newsletter wird 2018 aufgrund passender, datengetriebener Segmentierungsmöglichkeiten weiter an Relevanz gewinnen.

Was wird uns 2018 überraschen?

Gehören Sie auch zu den Besitzern eines Amazon Echo, dem Zuhause der digitalen Sprachassistentin Alexa? Laut Amazon gehörten die digitalen Gehilfen zu den großen Verkaufsschlagern im Weihnachtsgeschäft des Online-Händlers. So ist es nicht verwunderlich, dass vor allem das sog. "Internet of Things" (kurz: IOT) weiter Einzug in den Alltag der Verbraucher halten und sich gerade aufgrund der steigenden Nutzung in Form von Sprachassistenten wie Amazons Alexa, Googles Assistant oder Apples Siri weiter zu einem interessanten Kanal für Touristiker und deren Marketingambitionen entwickeln wird. Die Zeit der Spielerei ist nun vorbei. Im Jahr 2018 werden uns die Systeme mit neuen und vor allem sinnvollen Funktionen und Anwendungen überraschen, die vor allem die Reiseplanung im heimischen Wohnzimmer beeinflussen werden.

FAZIT

Erfolgreiches touristisches Content Marketing muss demnach konsequent im neuen Jahr für unterschiedliche Zielgruppen, Nutzungsgewohnheiten, Systeme und Kanäle in Form von Text, Sprache, Video und Bild passend verfügbar gemacht werden, damit es sowohl Reisenden als auch Touristikern gleichermaßen Freude bereitet.

 

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