ADFC fordert nach Fahrrad-Monitor 2025 beschleunigten Ausbau von Radwegenetzen

Das Bundesverkehrsministerium hat heute den „Fahrrad-Monitor 2025" veröffentlicht. Die alle zwei Jahre durchgeführte Studie zeigte: Fahrrad und Pedelec haben in der Alltagsmobilität der Bevölkerung an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig ist das Sicherheitsgefühl beim Radfahren im Straßenverkehr gesunken. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) forderte einen beschleunigten Ausbau eigenständiger Radwegenetze.
Der Anteil der täglichen Nutzerinnen und Nutzer von Fahrrad oder Pedelec sei laut Studie von 38 auf 39 Prozent gestiegen. Am häufigsten nutzten Menschen das Rad für Einkäufe, Erledigungen und Besuche. 22 Prozent der berufstätigen Radfahrenden seien annähernd täglich auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, bei Auszubildenden seien es 33 Prozent gewesen. 16 Prozent sollen das Fahrrad mit in die Bahn genommen haben, 21 Prozent sollen es am Bahnhof oder an der Haltestelle abgestellt haben.
Das Sicherheitsgefühl beim Radfahren sei von 63 auf 60 Prozent gesunken. Frauen fühlten sich besonders unsicher. Das Unsicherheitsgefühl sei bei beiden Geschlechtern mit dem Alter angestiegen. Als Hauptursachen sollen die Befragten rücksichtslose Autofahrende (60 Prozent), zu viel Verkehr auf den Straßen (48 Prozent) und zu hohe Kfz-Geschwindigkeiten (47 Prozent) genannt haben. 52 Prozent der Befragten sollen Sorge gehabt haben, dass ihr Fahrrad gestohlen werden könnte.
ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann kommentierte: „Deutschland ist kein sicheres Fahrradland, weder subjektiv noch objektiv. Anfang der Woche hat der Bericht des Europäischen Verkehrssicherheitsrates darauf aufmerksam gemacht, dass bei uns – entgegen dem europäischen Trend – immer mehr Radfahrerinnen und Radfahrer getötet werden. Das Unsicherheitsgefühl kommt natürlich auch bei den Menschen an, wie der Fahrrad-Monitor jetzt zeigt. Besonders Frauen und ältere Menschen fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Das muss ein Bundesverkehrsministerium beunruhigen, das sich mit dem Nationalen Radverkehrsplan vorgenommen hat, den Radverkehr attraktiver und sicherer für alle zu machen."
Nach Angaben des ADFC trugen mangelhafte Radwegeinfrastruktur, fehlende Trennung vom Autoverkehr, unzureichende Breite, Lückenhaftigkeit und schlechte Oberflächen maßgeblich zu Stress und Gefahren auf dem Rad bei. Trotz Förderprogrammen des Bundes sollen in den meisten Städten und Gemeinden weiterhin erhebliche Defizite bei Qualität und Sicherheit der Radwege bestehen.
Lodemann: „Die Menschen wollen vermehrt Radfahren – aber dafür brauchen sie auch gute Radwege."
Der ADFC forderte konkret:
- Beschleunigter Ausbau eigenständiger Radwegenetze in Stadt und Land
- Tempo 30 als Standard innerorts, Tempo 50 als Ausnahme
- Beschleunigter Umbau gefährlicher Kreuzungen
- Kampagnen zum Mindestüberholabstand (1,5 Meter innerorts, 2 Meter außerorts) und gegen Falschparken auf Radwegen
Zur Umsetzung forderte der ADFC einen Bund-Länder-Vertrag, einen Plan für ein Alltags-Radnetz Deutschland, fahrradfreundliche technische Regelwerke sowie eine nachhaltige Bundesfinanzierung für den Radwegebau. Lodemann: „Wichtig ist auch die Fortführung des Bundesprogramms zum Fahrradparken an Bahnhöfen. Die Menschen sorgen sich zu Recht, dass ihr Fahrrad oder Pedelec geklaut wird, wenn es keine sicheren Abstellmöglichkeiten gibt."
Mehr Informationen: ADFC - Verkehrswende mit dem Fahrrad
Bild: © ADFC / Deckbar – ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann