Bayern ändert Zonierung: Skischaukel am Riedbergerhorn kann kommen

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Mit dem Beschluss zur Änderung des Landesentwicklungsprogramms wurde in Bayern der Weg geebnet, die Skischaukel am Riedbergerhorn zu bauen. Diesen Verbund forderten die Allgäuer Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Umweltschützer sehen das Vorgehen als Dammbruch.

Änderung der Zonierung des Alpenplanes

Zur Eröffnung von Entwicklungsmöglichkeiten soll der Alpenplan im Landesentwicklungsprogramm geändert werden. Ziel sei eine punktuelle Änderung, um die geplante Skiverbindung am Riedberger Horn landesplanerisch zu ermöglichen. Danach sollen die relevanten Flächen in der Zone C am Riedberger Horn der Zone B zugeordnet werden. Um den Eingriff so kleinräumig wie möglich zu gestalten, soll die Änderung auf das zwingend Erforderliche und damit auf rund 80 Hektar beschränkt werden. „Lediglich rund 0,04 % der Gesamtfläche der Zone C des Alpenplans sind betroffen“, so so Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder.

Gleichzeitig sollen im Gebiet der begünstigten Gemeinde Balderschwang zwei naturschutzfachlich wertvolle Kompensationsgebiete am Bleicherhorn sowie am Hochschelpen mit einer Fläche von insgesamt rund 304 Hektar in die Zone C aufgenommen werden. „Im Ergebnis erweitern wir die Zone C sogar um rund 224 Hektar hochwertigster Flächen - das ist eine deutliche Verbesserung für den Naturschutz“, glaubt zumindest der Heimatminister. Für die Umweltschützer ist das Vorgehen mehr als bedenklich. Sie sehen einen Präzedenzfall geschaffen, der auch künftigen Änderungen Tür und Tor öffnet.

Die Touristiker sind hingegen froh über das Vorgehen. „Wir danken Staatsminister Söder, der mit dem Kabinettsbeschluss für die Belange des Allgäus eingetreten ist“, kommentiert Klaus Holetschek, MdL und Vorsitzender des Tourismusverbands Allgäu/Bayerisch-Schwaben. Auch wenn bezogen auf den bayerischen Alpenraum weniger als ein Prozent der Fläche durch Skigebiete in Anspruch genommen werde, lebten nach seinen Worten ganze Talschaften vom Wintertourismus. Skigebiete und Bergbahnen stellten damit eine wesentliche Lebensgrundlage dar, was insbesondere für die Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein mit ihren Bergbahnen gelte.

„Wir wissen sehr wohl um das höchste Gut im Tourismus - die wertvolle Natur- und Kulturlandschaft des bayerischen Alpenraums. Diese gilt es äußerst verantwortungsvoll zu behandeln und zu pflegen“, betont Klaus Holetschek und ergänzt: „Deshalb werden wir niemals an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen. Doch wir wissen auch, dass unsere Gemeinden und Dörfer vom Tourismus leben. Für einige ist es der wichtigste Wirtschaftsfaktor“, so der Verbandsvorsitzende.

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