Schweizer Krise: Touristiker treffen Bundespräsident

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Der Schweizer Tourismus-Verband (STV) sowie die Branchenverbände GastroSuisse, hotelleriesuisse, Konferenz der regionalen Tourismusdirektoren der Schweiz, Parahotellerie Schweiz und Seilbahnen Schweiz haben sich am Montag mit Bundespräsident Johann Schneider-Ammann getroffen, um Maßnahmen für den alpinen Tourismus zu besprechen.

Unter der Leitung von Dominique de Buman, Präsident des STV, wurde insbesondere die aktuelle Situation des Schweizer Tourismus im alpinen Raum dargelegt und die gemeinsam erarbeiteten Forderungen eingebracht.

Eine vom STV in Auftrag gegebene Wertschöpfungsstudie diente dabei als Grundlage für das Gespräch und zeigt die großen Unterschiede der touristischen Entwicklung. Die großen Städte hätten in den letzten zehn Jahren um 23,3% an Logiernächten zugelegt, der alpine Raum hingegen 10,1% eingebüßt. Dies sei alarmierend, weil in den Bergen neben den klassischen touristischen Leistungserbringern (Beherbergung, Gaststätten, Bergbahnen etc.) diverse andere Branchen direkt vom Tourismus abhängig seien; so insbesondere der Detailhandel, die Bauwirtschaft sowie Industrie und Gewerbe. Der Tourismus stelle im Berggebiet insgesamt rund 27% der Arbeitsplätze zur Verfügung und habe einen Anteil von 21% an der Bruttowertschöpfung.

Die eingebrachten Maßnahmen des STV zur Entlastung des alpinen Tourismus seien in einem Positionspapier  zu finden. Neben Aufgaben, welche die Branche selbst an die Hand nehmen werde, allen voran die Qualitätssicherung und Förderung von Kooperation, fordert der STV insbesondere eine departementsübergreifende Koordination für den Schweizer Tourismus. Der Tourismus sei eine typische Querschnittsbranche, womit Maßnahmen nicht nur im Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) angesiedelt, sondern auch mit Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und dem Finenzdepartement koordiniert werden müssten, um effizient Wirkung zu entfalten.

Zusätzliches Impulsprogramm über 210 Millionen

Seitens des WBF hieß es, der Bund engagiere sich bereits seit vielen Jahren für den Tourismussektor. Die Unterstützung sei in der Botschaft zur Standortförderung 2016-2019, die Mittel von rund 460 Millionen Franken zur Verfügung stelle, mit einem zusätzlichen Impulsprogramm über 210 Millionen Franken noch verstärkt worden. Zudem wurde das Zusatzdarlehen von 100 Millionen Franken an die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit bis Ende 2019 verlängert.

Die Kantone stünden mit konkreten Maßnahmen und Programmen bereits in der Umsetzung. Das Staatsekretariat für Wirtschaft SECO habe zudem zusätzlich über 20 Umsetzungsprojekte identifiziert, mit denen in den nächsten Jahren unter anderem die Zusammenarbeit  mit anderen Bundesämtern fortgeführt und verstärkt werden solle. Beispielsweise würden Massnahmen zur administrativen Entlastung beim Planungs- und Bewilligungsverfahren bei touristischen Infrastrukturvorhaben bis Ende dieses Jahr identifiziert.

Digitalisierung und administrative Entlastung

Ein prioritäres Thema des Austausches war die Digitalisierung. Der Frage, wie die Chancen des technologischen Wandels genutzt werden könnten, gehe im Rahmen „Strategie Digitale Schweiz“ des Bundesrates derzeit das SECO gemeinsam mit der Branche nach.

Zudem wurde am Runden Tisch diskutiert, wie die generellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter gestärkt werden könnten. Dies würde auch dem Tourismus, der Hotellerie und der Gastronomie Vorteile im intensiven Wettbewerb mit der ausländischen Konkurrenz bringen. Themen wie die administrative Entlastung stünden dabei im Vordergrund.

Der Austausch wurde von allen Beteiligten als wertvoll erachtet. Das SECO wird den Austausch mit den Tourismus- und den Kantonsvertretern in den bestehenden, etablierten Gefässen weiterführen. Ebenso soll im Rahmen der bestehenden Gefässe die Koordination zwischen allen Akteuren weiter gestärkt werden.

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