DRV kritisiert Balearen-Regierung: „Touristensteuer“ falsches Signal

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Die Regierung der Balearen ist entschlossen: Ende 2016 soll eine Touristensteuer in Höhe von zwei Euro pro Tag und Urlauber auf der spanischen Inselgruppe eingeführt werden. Der DRV warnt vor den Folgen und will intervenieren.

Die Balearen zählen seit vielen Jahren zu den beliebtesten Auslandsreisezielen der Deutschen. Mallorca ist unangefochtener Spitzenreiter der spanischen Urlaubsinseln und verzeichnet in diesem Jahr erneut einen kräftigen Zuwachs. „Es ist aber zu befürchten, dass dieser Aufwärtstrend durch die neue Touristenabgabe gestoppt wird“, mahnt Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen ReiseVerbandes (DRV).

„Diese Abgabe ist das falsche Signal!“, warnt der DRV-Präsident. Der führende Verband der Touristik sei sehr besorgt und habe sich daher mit einem Schreiben an die zuständigen Minister sowohl der Regionalregierung auf den Balearen als auch an die Zentralregierung in Madrid gewandt. Darin fordert der DRV nach eigenen Angaben die Politiker dazu auf, die Pläne zu überdenken und Entscheidungen mit Weitsicht zu fällen. Die Reisenden müssten sonst mit der Touristensteuer eine finanzielle Mehrbelastung schultern, von der bislang unklar sei, welche konkreten Maßnahmen mit den Einnahmen finanziert werden sollen. „Das erweckt den negativen Eindruck, als seien nicht mehr alle Gäste willkommen“, betont Fiebig.

In ihrem Antwortschreiben an den DRV stelle die spanische Zentralregierung klar, dass sie gegen die Einführung einer Umweltsteuer oder ähnlicher Abgaben sei und dies auch gegenüber der Regionalregierung bekundet habe. Von Seiten der Balearen-Regierung hieß es im September, dass die Details der Steuer gegenwärtig noch diskutiert würden. Es sei nicht beabsichtigt, die Anzahl der Touristen zu beschränken. Allerdings habe man Bedenken bezüglich der zur Verfügung stehenden Kapazität der Inseln.

Der DRV befürchtet, dass sich die derzeitige Politik der Balearen-Regierung ins Gegenteil verkehren und Gäste verprellen könne. Somit wäre es nicht unwahrscheinlich, dass aus Mehr- schließlich Mindereinnahmen würden. Denn der Wettbewerb zwischen den Reisezielen sei groß. Weniger Gäste würden am Ende auch weniger Tourismuseinnahmen für das Land bedeuten. Gerade in diesem Jahr hätten Besucher aus aller Welt bereits mehr Geld in Spanien ausgegeben als in den Jahren zuvor. Für die spanische Volkswirtschaft, die gerade aus ihrer wirtschaftlichen Talsohle findet, sei das eine positive Nachricht.

Vergangenes Jahr belegten die Balearen den ersten Platz unter den innerspanischen Zielen mit insgesamt 4.142.954 deutschen Touristen. Das entspreche einem Plus von 1,4 Prozent und rund 40 Prozent der Deutschen, die vergangenes Jahr Spanien bereisten. Für 2015 zeichne sich erneut ein kräftiger Anstieg ab: In den ersten sieben Monaten kamen insgesamt – also aus allen internationalen Quellmärkten – rund vier Prozent mehr Gäste nach Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera.

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