Hoffen auf Öffnung: Freizeitparks, Wildparks und Zoos sehen kaum Infektionsrisiko

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Achterbahn

 

Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen e.V. (VDFU) begrüßen nach eigenen Angaben die von Bund und Ländern umgesetzten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, signalisieren aber auch Handlungsfähigkeit im Hinblick auf Schutzvorkehrungen.

Die Freizeitparks, Wildparks und Zoos wurden von der Corona-Pandemie hart getroffen. Im Gegensatz zum produzierenden Gewerbe oder dem Handel sind Ausfälle des Saisongeschäfts kaum nachzuholen. Die Wintermonate werden von den zumeist mittelständischen und familiengeführten Parks für Investitionen und Instandhaltungsarbeiten genutzt. Der Komplettausfall des Saisonstarts traf die Branche hart. Nun lassen sie Bereitschaft erkennen, den Besuch von Freizeiteinrichtungen auch in einer existenzbedrohenden Situation sorgenfrei und unbedenklich zu gestalten: „Bei aller Notwendigkeit des wirtschaftlichen Handelns, hat nach wie vor der Gesundheitsschutz Vorrang. Diesem können Freizeit- und Erlebnisparks in einem Maße nachkommen, das Empfehlungen des Robert Koch Instituts gerecht wird. Kontrollmöglichkeiten zur Eindämmung der Risiken beim Betrieb eines Freizeitparks unterscheiden sich grundsätzlich von denen im öffentlichen Raum.“, stellt Friedhelm Freiherr von Landsberg-Velen, Präsident des VDFU, fest.

Der Besuch von Freizeit- und Erlebnisparks berge nach Ansicht des VDFU ein deutlich geringeres Infektionsrisiko, als es innerhalb von Fußgängerzonen, Einkaufszentren, der Nutzung des ÖPNV oder gar bei einer Großveranstaltung bestehe. In der Regel handele es sich um weitläufige Outdooreinrichtungen, die eine bestmögliche Luftzirkulation aufwiesen, so der VDFU in einer Mitteilung. Besucher drängten sich nicht an einem Ort (z.B. vor der Bühne), sondern verteilten sich auf dem Gelände. Auch in potenziell kritischen Bereichen, wie Warteschlangen, gastronomischen Einrichtungen oder bei der Nutzung von Fahrgeschäften könnten demnach Abstandsregelungen, die eine unerwünschte räumliche Dichte von Menschen verhindern, problemlos und zentral koordiniert umgesetzt werden.

Wenig Risikogruppen und Einlasskontrollen

Während Risikogruppen, wie ältere Menschen oder Personen mit akuten respiratorischen Symptomen, nicht zu den klassischen Besuchergruppen zählten, ermöglichten technische und persönliche Einlasskontrollen die Limitierung der Anzahl gleichzeitig anwesender Besucher. Diese interagierten wiederum nicht untereinander, sondern lediglich innerhalb ihrer sozialen Gruppe. Ihre Anreise erfolge aufgrund der zumeist ländlichen Lage der Freizeitparks in der Regel mit dem PKW - dem Verkehrsmittel mit der geringsten Infektionsgefahr.

Hygienestandards von Gastronomie und Sanitäranlagen seien höher als im öffentlichen Raum und könnten bedarfsgerecht angepasst werden. Auch zusätzliche Hygienemaßnahmen und ggf. Mundschutzgebote können leicht durchgesetzt werden. Das Geschäftsmodell der Freizeit- und Erlebnisparks basiere darauf Freude zu schenken, Familien gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen und Kinderherzen höherschlagen zu lassen. Für weite Teile der Bevölkerung sei dies nach vielen Wochen der Ausgangseinschränkung, der systemrelevanten Arbeit unter hoher psychischer Belastung oder familiärer Stresssituationen notwendig.

Es geht ums Überleben

Sollten die Schutzmaßnahmen komplette Schließungen bis in den Sommer erfordern, werde dieser Ausgleich vielen Betreibern im nächsten Jahr nicht mehr möglich sein. Ein derartiger Ausfall in einer investitionsintensiven Branche im Saisongeschäft werde nicht zu kompensieren sein. "Wie viele Freizeitparks es im nächsten Jahr noch geben wird, vermag ich nicht zu sagen. Die Weichen dafür werden in diesen Tagen gestellt.“, resümiert von Landsberg-Velen.

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Bild: https://pixabay.com/de/photos/achterbahn-karussel-heidepark-soltau-4830861/