ITB Berlin und das Coronavirus: Wie umgehen mit der Unsicherheit?

am . Veröffentlicht in .deBlog

ITB Berlin

 

Zurzeit möchte man vermutlich nicht in verantwortlicher Position der Messe Berlin arbeiten. Oder möchten Sie entscheiden, wie (oder gar ob) in der kommenden Woche die größte Reisemesse der Welt stattfinden wird? Fakt ist: Die potenziellen Besucher*innen sind verunsichert angesichts des Coronavirus und seiner pandemischen Verbreitung. Die Aussteller*innen aber auch.

Wir waren selbst überrascht über das Ergebnis einer kleinen Umfrage unter unseren facebook-Abonnenten*innen, von denen wir wissen wollten, ob ihrer Meinung nach die ITB Berlin abgesagt werden sollte: Ja oder nein? Nach mehr als 200 abgegebenen Stimmen am Abend des 26.02. stimmten etwas mehr als die Hälfte (53%) FÜR die Absage.

Mehrheit für die Absage der ITB Berlin?

Das ist nicht repräsentativ - nicht einmal für unsere Nutzer*innen - und doch zeigt es, wie sehr das Thema polarisiert. Für die einen ist es Panikmache, andere machen sich schlichtweg Sorgen. Und es gibt noch andere Sichtweisen, die zwischen Ängsten und Pragmatismus changieren: Was ist, wenn es tatsächlich zu einem lokalen Ausbruch während der Messe kommt, und ich gerate in Quarantäne? Oder: Kommen überhaupt genügend Besucher*innen? Lohnt sich das überhaupt, wenn niemand die Messe besucht? Nicht alle haben gleich Angst sich anzustecken. Insofern greift der Vorwurf der Panikmache hier zu kurz, ist sogar unreflektiert und wenig empathisch.

Für die "normalen" Besucher*innen ist die Entscheidungsfindung sicher einfacher: Mal eine ITB zu verpassen, scheint nicht dramatisch zu sein. Für Aussteller, die oft viel Geld in Stände, Marketing, Programme u.v.m. investiert haben, geht es um mehr: Geld, Geschäfte, Vertrauen, die Früchte der eigenen Arbeit. Von möglichen juristischen Folgen im Nachgang zu einer möglichen Absage ganz zu schweigen.

Die Unvorhersagbarkeit der Lage

Was uns verunsichert, ist die Unvorhersagbarkeit der Lage. Wie wird sich SARS-CoV-2, das Coronavirus, weiter verbreiten? Wie hoch ist das Risiko, an COVID-19 ernsthaft zu erkranken oder gar zu sterben? Wir wissen schlicht nicht, wie sich die Lage entwickelt. Und wir können doch immer nur auf Basis von Expertenmeinungen entscheiden und Wahrscheinlichkeiten abwägen. Die wenigsten werden das systematisch oder gar mathematisch machen. Selbst scheinbar einfache Enscheidungsmuster, z.B. safety first, sind interpretierbar. Wann fängt "safety" denn an, wo hört sie auf?

Das Vertrauen in die Experten war früher einmal ein Markenzeichen von Made in Germany, ja, dieses Landes überhaupt. Doch seitdem Faschisten wieder mit Ängsten Politik machen, Fakten leugnen, Verschwörungen in die Welt setzen, Zweifel säen, geht es auch mit dem Vertrauen in Instanzen bergab. Glaube ich also an die Expertise des Robert-Koch-Instituts? Befasse ich ich mich differenziert mit Corona und wäge ab? Oder lasse ich meinen "Bauch" entscheiden?

Wider die Angstmacher*innen

Eines steht fest: Die Angstmacher*innen von AfD & Co. sind hier schlechte Ratgeber*innen. Noch weniger: Sie verfolgen auch hier nur das Ziel der Destabilisierung. Es ist wie beim Fliegen: Vorne sitzt der Pilot oder die Pilotin und hier gehen wir selbstverständlich davon aus, dass er oder sie das Handwerk versteht, sonst würden wir uns nicht ins Flugzeug setzen. Würden Sie einem wie auch immer gestörten Passagier, der von hinten aggressiv brüllend die Fähigkeiten des Piloten anzweifelt, die Maschine übergeben?

Verharmloser*innen sind zumindest auch skeptisch zu betrachten, denn es deutet mittlerweile doch einiges darauf hin, dass das Virus nicht ganz so harmlos ist. Da landet man letztlich doch wieder bei den Experten*innen.

Eine persönliche Entscheidung muss letztlich jeder selbst treffen. Den Mitarbeitern*innen der Messe Berlin wird diese deutlich schwerer fallen. Gehen wir doch einfach davon aus, dass sie abwägen und Experten*innen zu Rate ziehen. Alle stehen vor einer vollkommen neuen Situation. Und selbst wenn wir kein Vertrauen haben, so sollten wir doch Verständnis entwickeln, denn die Unsicherheit befällt uns alle gleichermaßen.

 

Hier - zur Entscheidungsfindung - noch einmal wichtige Informationskanäle zur ITB Berlin und Corona im Überblick:

Aktuelles von der Messe selbst:
https://www.itb-berlin.de/Zusatzseiten/HealthInfo/
https://www.facebook.com/ITBBerlin/
https://twitter.com/ITB_Berlin

Infos vom Robert-Koch-Institut:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

Bundesgesundheitsministerium:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html
https://www.bzga.de/

Twitter-Account von Prof Alexander Kekulé, MD PhD:
https://twitter.com/AlexanderKekule

 

Strategie, Organisation & Finanzen

    „Wir machen Urlaub“: Mit dieser Imagekampagne will das Bayerische Wirtschaftsministerium die Bedeutung des Tourismus für die Lebensqualität verdeutlichen und unterstütze so die...

  Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat ein Darlehen von 150 Mio. Euro an die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) vergeben. Es wird in mehreren Tranchen ausbezahlt und dient...

Ein nachhaltiger Qualitätstourismus soll zum Erfolgsrezept in Österreich werden. Ein neuer Aktionsplan 2023/2024 zum Masterplan Tourismus soll das manisfestieren.

  Beim traditionellen Jahresempfang der Rostocker Touristiker im Hotel Vienna House Sonne mit der designierten Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer haben...

Kommunikation & Vertrieb

  Endlich wieder das gesamte Caravaning- und Tourismus-Portfolio unter einem Dach, endlich wieder Zeit für persönliche Gespräche und Beratung an den Ständen, endlich wieder CMT. Die...

  Im Rahmen des Weltgästeführertages bietet der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) in Kooperation mit Gästeführern und Gästeführerinnen Mecklenburg-Vorpommerns vom 18. bis 26....

  Die DB MOBIL war mal ein Liebling der Mediaplaner. Jetzt gibt es nur noch eine digitale Variante - und die ist neu und nachhaltiger.

Digitalisierung im Tourismus

  Die Landesregierung fördert die digitale Gästeplattform Hochschwarzwald mit 155.000 Euro. Die digitalen Tools sollen neue Möglichkeiten eröffnen und helfen Kosten zu sparen.

  Viel in Bewegung ist im wahrsten Sinne des Wortes im Radtourismus. Das wurde einmal mehr auf der Radtourismus-Tagung im Rahmen der derzeitigen CMT / Fahrrad- & WanderReisen in Stuttgart...

  Im Mai dieses Jahres starteten die ersten Orte an der niedersächsischen Nordseeküste mit dem digitalen Besuchermanagementsystem. Mittels Sensoren werden in Butjadingen, Wangerland und...

  Die ARD/ZDF-Onlinestudie ist seit Jahren bereits ein verlässlicher Gradmesser für die Digitalisierung und Online-Nutzung. Jetzt sind die neuesten Daten da.

Städte- und Kulturtourismus

  Wie werden wir in Zukunft leben? Wie werden wir arbeiten, wie wohnen? Und natürlich auch: Wie werden wir reisen? Sogenannte Megatrends formen die Welt von morgen. „Lawinen in Zeitlupe“...

  Wo finde ich die Bremer Stadtmusikanten? In welcher Richtung liegt die Innenstadt? Manchmal sind die Fragen der Touristinnen und Touristen ganz klassisch und können leicht von den...

  Über 30 Partner setzen auf der CMT am Stand der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH ihre neuen Produkte und Angebote in Szene. Im Fokus der touristischen Vermarktung steht 2023 die...