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Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Bergparks Wilhelmshöhe vorgelegt

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Bergpark wilhelmshoehe karte 1


Insgesamt 15 Architekten, Bauphysiker, Agrarwissenschaftler, Verkehrsplaner und Landschaftsarchitekten haben rund eineinhalb Jahre lang an einer Studie zur Entwicklung des Bergparks Wilhelmshöhe gearbeitet. Seit kurzem ist der Bergpark UNESCO-Welterbe.

Unter anderem in folgenden Bereichen zeige die Machbarkeitsstudie Optionen für eine nachhaltige Entwicklung auf:

Ästhetik und Gestaltung

Der Bergpark Wilhelmshöhe ist als erbaute Landschaft ein Kunstwerk von internationalem Rang. Dies hat die Erhebung zum Welterbe nochmals unterstrichen. Als Grundlage jeder Art von Weiterentwicklung sei nach Auffassung der Wissenschaftler daher ein in sich geschlossenes, gestalterisches Konzept notwendig, das bei allen künftigen baulichen oder gärtnerischen Veränderungen berücksichtigt werden müsse.

Außenwahrnehmung und Information

Die Experten empfehlen, die Außenwahrnehmung des Parks zu verbessern. Eine Besucherbefragung habe gezeigt, dass sich 59 Prozent der Befragten besseres Informationsmaterial sowie eine bessere Verfügbarkeit von Informationen über den Park wünschten. Um die Identifikation der Menschen in der Region mit dem Bergpark zu erhöhen, schlagen sie zudem vor, Konzepte zu erstellen, um das Areal für ausgewählte Großveranstaltungen zu öffnen.

Energie

Die Gebäude im Bergpark, allen voran Schloss Wilhelmshöhe, verbrauchten im Jahr insgesamt rund 3.000 MWh Energie für Heizung und Warmwasser. Die Kosten lägen bei knapp 160.000 Euro im Jahr. Empfohlen werde eine energetische Sanierung, durch die sich der Verbrauch um fast 40 Prozent senken ließe. Im Park selbst fallen pro Jahr über 2.200 Tonnen Grünschnitt an. Dazu kämen 100 Tonnen Holz sowie 80 Tonnen Laub. Durch eine energetische Nutzung könnten bis zu 1.800 MWh Energie pro Jahr erzeugt werden.

Orientierung und Barrierefreiheit

Für das Parkinnere empfehlen die Kasseler Wissenschaftler eine gründliche Erneuerung des vorhandenen Orientierungs- und Leitsystems. Hier gebe es bislang starke Defizite. Um mehr Besucher als in der Vergangenheit aufnehmen zu können, sei ein Konzept für die innere Erschließung notwendig. Auch gelte es, die Barrierefreiheit vor allem an Gebäuden und Bauwerken zu optimieren, auch wenn angesichts der Topographie eine völlige Barrierefreiheit nicht zu erreichen sei.

Verkehr

Nach der Erhebung des Bergparks zum Welterbe seien die Besucherzahlen stark gestiegen. Bislang kämen rund 60 Prozent der Besucher mit dem Auto. Die Anreise mit Reisebussen oder dem ÖPNV spiele bislang eine untergeordnete Rolle. Hier empfehlen die Wissenschaftler, keine zusätzlichen Stellplätze für den Individualverkehr auszuweisen, sondern stattdessen schlüssige und flexible Konzepte für den ÖPNV, die Anreise mit Bussen sowie Park&Ride zu entwickeln.

Wasser

Die Wasserspiele im Bergpark und das angeschlossene historische Wassernetz seien nach dem Urteil der Wissenschaftler ein seit Jahrhunderten gut funktionierendes und durchaus nachhaltiges System. Um zusätzliches Trinkwasser einzusparen, empfehlen sie eine verstärkte Nutzung von Regenwasser, das auf den Dächern der Gebäude aufgefangen und beispielsweise zur Spülung der Toiletten eingesetzt werden könnte. So ließen sich pro Jahr rund 1.800 Kubikmeter Trinkwasser einsparen. Darüber hinaus sollte Dachwasser gesammelt und ins Grundwasser eigeleitet werden, um hier die natürlichen Ressourcen zu stärken.


„Ein nachhaltiges Konzept für den über 300 Jahre alten Bergpark in Kassel-Wilhelmshöhe zu entwickeln, war die Kernaufgabe der hier vorliegenden Machbarkeitsstudie“, sagte der Koordinator der Studie, Prof. Dipl.-Ing. Wigbert Riehl. „Auf Grundlage der Qualitätskriterien des nachhaltigen Bauens wurde die historische Parkanlage analysiert, der Status-Quo festgestellt, Ziele entwickelt und Handlungsempfehlungen ausgesprochen.“

„Tourismus und Nachhaltigkeit sind keine Gegensätze“, sagte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann. „Es ist deshalb ein ausgezeichneter Ansatz, die Kompetenz unserer Wissenschaftler in die Waagschale zu werfen, um unsere kulturellen Schätze wie das UNESCO-Welterbe in Kassel weiterzuentwickeln und auch für künftige Generation erlebbar zu machen.“

"Als Verwalter des Bergparks Wilhelmshöhe ist die nachhaltige Entwicklung der jungen Welterbestätte ein zentrales Anliegen unserer täglichen Arbeit. Dies wurde durch die Entscheidung der UNESCO-Kommission am 23. Juni 2013 bestätigt“, erklärte Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor Museumslandschaft Hessen Kassel. „Die Machbarkeitsstudie Bergpark Wilhelmshöhe ist parallel zur Welterbeanmeldung entstanden und greift verschiedene Inhalte auf, die auch im Welterbeantrag fest verankert sind. Die Museumslandschaft Hessen Kassel sieht sich in der Pflicht, das kulturelle Erbe zu erhalten und auch in Zukunft vielen Interessierten zugänglich zu machen. Dabei sind auch zukünftig Fachkompetenzen gefragt. Wir bedanken uns bei Prof. Riehl und seinem Team für die umfassende Darlegung einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Bergparks Wilhelmshöhe zum künftigen Erhalt des UNESCO-Weltkulturerbes und setzen auch weiterhin auf die fachliche Unterstützung.“

Experten aus dem Bereich der nationalen und internationalen Denkmalpflege waren beratend bei der Studie tätig. Im Bereich Energieversorgung und Energieverbrauch wurde das Team zudem von Fachleuten der Städtischen Werke Kassel unterstützt. Finanziert wurde die Studie aus Mitteln der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen, von der Museumslandschaft Hessen Kassel sowie den Städtischen Werken.

www.museum-kassel.de
www.asl.uni-kassel.de

Tags: Hessen

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