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GfK: Reiselust der Deutschen nimmt zu

Die Deutschen sind reisefreudig wie nie zuvor. In keiner Sommersaison der vergangenen Jahre lagen die Umsätze mit gebuchten Reisen höher. Das hat zumindest die GfK festgestellt.

Die Reisebüros in Deutschland hätten demnach die Wirtschafts- und Finanzkrise offenbar überwunden. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten sie für die laufende Sommersaison ein Umsatzplus von 6 Prozent. Die meisten Buchungen entfielen in diesem Jahr auf Urlaubsländer am Mittelmeer. Die Türkei und Ägypten seien hier stark nachgefragt, während Griechenland und Portugal Buchungsrückgänge verzeichneten. Wachstumsstark im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeigten sich auch Fernreisen mit einem Zuwachs von 11 Prozent.

Die in diesem Jahr niedriger ausfallenden Urlaubspreise habe die Reisefreudigkeit der Deutschen positiv beeinflusst. Der durchschnittlich gezahlte Preis für den Sommerurlaub liege mit 664 Euro pro Person bei annähernd derselben Aufenthaltsdauer 2,8 Prozent unter dem Vorjahr. Deutlich preisbewusster seien hingegen kurzentschlossene Urlauber. Sie gäben im Vergleich zu allen Reisenden fast ein Drittel weniger aus. Zudem falle der Aufenthalt zwei Tage kürzer aus. Besonders günstige Last-Minute-Reisen seien derzeit nach Griechenland, Thailand oder Portugal erhältlich. Hier lägen die Ausgaben pro Nacht und Person zuletzt um mehr als 10 bis zu fast 25 Prozent unter denen des Vorjahres. Für Urlaubsländer wie Ägypten, Malediven und Kroatien zahlten deutsche Urlauber zurzeit dagegen deutlich höhere Preise als im vergangenen Sommer.

Griechenland kämpfe mit Preisnachlässen gegen die durch die Krise im Land verursachten Einbrüche im Tourismus, zurzeit allerdings konterkariert durch den Streik der Tanklastwagenfahrer. Zwar lägen die Urlaubsbuchungen im deutschen Markt unverändert unter dem Vorjahresniveau, doch sei die Talsohle durchschritten. Die politischen Unruhen in Thailand und die Ölkatastrophe in den USA hätten sich bisher nicht auf die Buchungszahlen in Deutschland ausgewirkt.

Balearen führend bei Last-Minute-Reisen

Bisher seien für die diesjährige Sommersaison ähnlich viele Last-Minute-Reisen gebucht worden wie im Vorjahreszeitraum. Top-Reiseziel für Kurzentschlossene seien dank der guten Fluganbindung nach wie vor die Balearen. Fast jeder Fünfte verreise kurzfristig dorthin, bevorzugt nach Mallorca oder Ibiza. Ebenfalls attraktiv für Spontanurlauber seien die kanarischen Inseln. Insgesamt entwickelten sich allerdings spanische Ferienregionen in diesem Sommer bislang leicht rückläufig, was aber durch das gute Last-Minute-Geschäft noch ausgeglichen werden könne. Die Türkei gewinne als zweitstärkstes Urlaubsland in diesem Segment Marktanteile hinzu, allerdings nicht so stark wie mit längerfristig geplanten Reisen. Beliebte Reiseländer für Spontanurlauber seien außerdem Deutschland und Italien mit einem Umsatzanteil von 7,3 beziehungsweise 5,3 Prozent. Andere nah gelegene Ziele wie Frankreich, Niederlande und Polen würden im Reisebüro in diesem Sommer stärker als in der letzten Saison nachgefragt. Halte die Entwicklung bei den Last-Minute-Reisen an, könne die laufende Sommersaison für die Reisebüros in Deutschland mit einem Umsatzrekord enden.

Gelungener Start in die Wintersaison

Vielversprechend seien derzeit bereits die Vorausbuchungen für die kommende Wintersaison 2010/2011. Das Umsatzplus betrage bis Juli im Vergleich zum Vorjahr 7 Prozent. Damals hätten sich die Deutschen allerdings zurückhaltender verhalten. Aber auch im Vergleich zum starken Jahr 2008 schlage noch ein Plus von 4 Prozent zu Buche. Bei den Frühbuchern seien in diesem Winter Ziele im östlichen Mittelmeer (+16 Prozent) und Fernreisen (+5 Prozent) bevorzugte Reiseregionen. Urlaubsorte im eigenen oder in nah gelegenen Ländern wiesen eine stabile Nachfrage auf (+2 Prozent). Lediglich die Länder im westlichen Mittelmeerraum hätten das Umsatzniveau des Vorjahres bislang noch nicht erreicht.

Die Auswertungen von GfK Travel Insights, dem Tourismus-Vertriebspanel der GfK Retail and Technology, basieren auf den Buchungsdaten von rund 1.200 Reisebüros, die den stationären Vertriebsmarkt in Deutschland repräsentativ abbilden sollen.

www.gfk.com  

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