Arbeitsinhalte vor Lohn - was Mitarbeitern in der Hotellerie wichtig ist
Montag, den 02. Februar 2009 um 00:00 Uhr
Wo gilt es, den Hebel anzusetzen, um das Personal zufrieden zu stellen? Wie können qualifizierte Mitarbeiter in Zeiten von Personalmangel an den Betrieb gebunden werden? Im Zeitraum von Februar bis September 2008 wurden über 900 Mitarbeiter aus der Hotellerie, von Rezeptionsangestellten über das Servicepersonal bis zur Hausverwaltung, zur Zufriedenheit mit ihrer Arbeitssituation befragt. Die Ergebnisse sind durchaus überraschend: So wurden die Arbeitsinhalte als wichtigster Faktor für die Verbundenheit zum Betrieb identifiziert. Hier trägt vor allem das Ausmaß an Verantwortung bzw. die Regelung des Zuständigkeitsbereiches wesentlich zur Loyalität sowie zur Gesamtzufriedenheit bei. Weiters üben die Arbeitsbedingungen einen wesentlichen Einfluss aus. Insbesondere die Dienstzeiten und die Regelung der Arbeitsabläufe sind den Arbeitnehmern wichtig - wobei für die jüngeren Arbeitnehmer die Dienstzeiten weniger wichtig sind als für Ältere. In der Altersgruppe der 40 bis 49-Jährigen wird dieser Faktor als besonders wichtig erachtet. Damit wird klar, dass jüngere Arbeitnehmer - in Bezug auf die Dienstpläne - flexibler sind, jene mit zunehmendem Alter verlangen hingegen geregeltere Dienste.
Die Zufriedenheit mit der Entlohnung fiel mit einem durchschnittlichen Wert von 2,9 (Skala: 1 - äußerst zufrieden; 6 - überhaupt nicht zufrieden) voraussehbar mäßig aus. Da diese Komponente - wie auch schon 2007 - für Mitarbeiter jedoch eine eher untergeordnete Rolle spielt, beeinflusst diese die Loyalität bzw. die Gesamtzufriedenheit in geringem Maß.
Die Wichtigkeit der Entlohnung nimmt mit steigendem Alter ab, ganz im Gegensatz zur Dienstzeit. Jedoch sind die 30 bis 39- jährigen bei einem durchschnittlichen Wert von 3,2 mit ihrer Entlohnung am wenigsten zufrieden. Arbeitnehmer unter 20 Jahren und die Gruppe der 20 bis 30-Jährigen weisen einen Zufriedenheitswert von 2,2 bzw. 2,9 auf. Sind junge Mitarbeiter die ersten Jahre mit dem Verdienst noch zufrieden, schlägt sich dies später in Unzufriedenheit um. Diese können oft über eine entsprechende Entlohnung von der Abwanderung in andere Branchen oder zu anderen Betrieben abgehalten werden. Bei älteren Arbeitnehmern - hier steht oft schon eine Familie im Hintergrund - muss ein anderes Erfolgsrezept genutzt werden: mitarbeiterfreundliche Dienstzeiten und geregelte Arbeitsabläufe.
Heidi Kremsner, Projektleiterin WEBMARK Hotellerie bei MANOVA, dazu: "Mit diesem Wissen über die eigenen Mitarbeiter können Hoteliers aktiv reagieren und adäquate Rahmenbedingungen schaffen, um Mitarbeiter langfristig zu binden - denn diese tragen schlussendlich wesentlich zum Erfolg des Unternehmens bei."
Die Einkaufsgenossenschaft hogast hat die Wichtigkeit dieses Themas erkannt und das Projekt "best for people" ins Leben gerufen. Basierend auf der Mitarbeiterzufriedenheitsmessung in WEBMARK Hotellerie lassen sich Hotellerie- und Gastronomiebetriebe mit herausragender Mitarbeiterorientierung zertifizieren, um so das Personal an das Unternehmen zu binden und attraktiv für neue Mitarbeiter zu sein.
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