Neues Konzept für den Nürburgring
Freitag, den 04. Dezember 2009 um 02:00 Uhr
"Wir haben zusammen mit externern Beratern und in enger Abstimmung mit renommierten Partnern ein Zukunftskonzept erarbeitet, das den Nürburgring stärkt und ihm strukturpolitisch noch mehr Gewicht verleiht", verkündeten Ministerpräsident Kurt Beck und Wirtschaftsminister Hendrik Hering bei der Präsentation einer Neuausrichtung des für die gesamte Eifel-Region bedeutenden Projektes.
Das Land Rheinland-Pfalz, die Nürburgring GmbH, die MSR GmbH, die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) GmbH und die Lindner Unternehmensgruppe GmbH & Co KG beabsichtigen, dass künftig eine private Betriebsgesellschaft unter Führung der Lindner Gruppe den Nürburgring managen soll. Die Nürburgring GmbH und die MSR GmbH werden als reine Besitzgesellschaften insbesondere für Grundstücke und Immobilien fungieren. Die Finanzierung des Projektes erfolge durch die ISB. Ziel sei es, die Zusammenführung der operativen Geschäftsbetriebe unter einheitlicher wirtschaftlicher Koordination durch eine neu zu gründende Betriebsgesellschaft bei gleichzeitiger klarer Trennung zwischen Besitz und Betrieb. An dieser Betriebsgesellschaft würden zu gleichen Teilen die Familie Lindner und die Firma Mediinvest als Gründungsgesellschafter beteiligt sein. Die Gesamtverantwortung für die Betriebsgesellschaft übernehme Herr Jörg Lindner. "Ich freue mich außerordentlich, dass sich mit der Lindner-Gruppe ein anerkanntes mittelständisches Familienunternehmen am Nürburgring verantwortlich engagiert", sagten Ministerpräsident Beck und Minister Hering.
Durch eine stringente Führung und Koordination der Betriebsgesellschaft mit Blick auf Vertrieb und Marketing zur Sicherung des wirtschaftlichen Erfolges sollen die Managementstrukturen verbessert und professionalisiert werden - so die offizielle Lesart. Zwischen der Betriebsgesellschaft und den Besitzgesellschaften würden Pachtverträge geschlossen. Die Finanzierung erfolge durch die ISB, im Wesentlichen durch Darlehen zu marktüblichen Konditionen. Dabei würden keine Steuergelder eingesetzt. "Die renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young geht nach intensiver Prüfung davon aus, dass es mit der neuen Konzeption bezogen auf den Zeitraum 2010 bis 2020 möglich sein wird, Zinsen und Abschreibungen der Besitzgesellschaften zu erwirtschaften", so Hering.
Die Nürburgring GmbH werde sich zukünftig aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Das Land Rheinland-Pfalz als Träger der zukünftigen Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH werde sich somit auf die strukturpolitische Bedeutung des Nürburgrings konzentrieren. Alle anderen Gesellschaften im Umfeld der neu entstehenden Gruppe würden auf ihre Erfordernis und Vorteilhaftigkeit hin überprüft und gegenbenenfalls verschmolzen oder aufgelöst.
Der Nürburgring bleibe einer der entscheidenden Wirtschaftsmotoren der Region und ein internationales Aushängeschild des Landes Rheinland-Pfalz. Die baulichen Investitionen des Projektes Nürburgring 2009 hätten in der wirtschaftlich schwierigen Phase der Jahre 2008 und 2009 temporäre Einkommens- und Beschäftigungseffekte erzeugt. So seien in den beiden Jahren rund 6200 Arbeitsplätze entstanden. Dies habe das Bonner Institut Empirica in einer aktuellen Studie festgestellt. "Daneben ziehe das Projekt Nürburgring 2009 aber auch nach Feststellung von Empirica erhebliche dauerhafte gesamt- und regionalwirtschaftliche Effekte nach sich", erläuterte Hering. Nach der Studie entstünden gegenüber einem nicht ausgebauten Nürburgring im Jahr 2011 bis zu 1157 zusätzliche Arbeitsplätze, eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von bis zu 53 Millionen Euro und ein zusätzliches Steueraufkommen von bis zu 22 Millionen Euro.
Beck und Hering verwiesen darauf, dass sich die Tourismuszahlen am Nürburgring, insbesondere die Gäste- und Übernachtungszahlen in der Verbandsgemeinde Adenau, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich erhöht hätten. "Dies ist überwiegend auf die Attraktivitätssteigerung durch das Projekt Nürburgring 2009 zurückzuführen", glaubt Beck. Entgegen geäußerten Befürchtungen hätten davon kleinere Betriebe überproportional profitiert. Mit bislang 35 Gastronomie-Unternehmen sei eine touristische Kooperation als "Nürburgring Holiday Partner" vereinbart worden.
http://www.nuerburgring.de/



