Mecklenburg-Vorpommern 2009 erneut auf Rekordkurs
Montag, den 30. November 2009 um 01:00 Uhr
"Mehr Sommerurlauber als jedes andere Bundesland, Zuwächse im Landesinneren, steigende Zufriedenheitswerte, eine erfolgreiche Bundesgartenschau, hohe Zuwächse beim Camping, das Aus für das Bombodrom, die angekündigte Absenkung der Mehrwertsteuer für Unterkünfte - Mecklenburg-Vorpommern blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurück und ist auf dem vorläufigen Gipfel der Tourismusentwicklung angekommen", sagte Mathias Löttge, Präsident des Tourismusverbandes MV auf dem 19. Tourismustag des Landes in der Hansestadt Wismar. Er rechne für das Jahr 2009 mit einem Ergebnis von 28,5 Millionen Übernachtungen, was einer Steigerung der Übernachtungszahlen um rund 3,5 Prozent entsprechen würde. "Vor dem Hintergrund der allgemeinen schwierigen Wirtschaftslage ist das ein außerordentliches Ergebnis", so Löttge.
Aktuelle Einschätzungen der Branche bestätigen das positive Fazit des Verbandes: Nach einer Ende November geführten Umfrage des Landestourismusverbandes unter 600 Vermietern im Land sind 82 Prozent der Befragten mit dem Verlauf des Jahres zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Lediglich 2,7 Prozent bewerteten das Jahr als eher schlecht. Nur wenig verhaltener sei die Erwartung für 2010: 51 Prozent der Befragten antworteten, dass sie mit ähnlich guten Geschäften wie 2009 rechneten, sogar 26 Prozent rechnen mit einem noch erfolgreicheren Jahr. 23 Prozent der Vermieter gingen allerdings davon aus, dass 2010 schwieriger werde als dieses Jahr. Insgesamt will der Tourismusverband laut eigener Tourismuszeitung in 2010 das Ergebnis vor allem halten.
Mathias Löttge führte als Begründung für die in Teilen gedämpfte Erwartung unter anderem die kaum zu schließende Lücke an, die die Schweriner Bundesgartenschau hinterlasse. Nach Hochrechnungen des Tourismusverbandes habe die Buga den westlichen Landesteilen in diesem Jahr 400.000 zusätzliche Übernachtungen in gewerblichen und privaten Unterkünften beschert. Damit einher gingen touristische Umsätze in Höhe von rund 30 Millionen Euro - eine Zahl, die um die durch Tagesgäste ausgelösten Umsätze in ähnlicher Höhe auf rund 60 Millionen Euro verdoppelt werden könne.
Mit Blick auf 2010 verwies Mathias Löttge auf die Notwendigkeit, den Anteil der Neukunden für Mecklenburg-Vorpommern zu erhöhen. Dieser hatte 2009 infolge der Marktforschung des Verbandes trotz Magneten wie der Bundesgartenschau bei lediglich sieben Prozent gelegen, während er in den Vorjahren stets im zweistelligen Bereich angesiedelt gewesen sei. "Natürlich freut uns der hohe Anteil von Stamm- und immer mal wieder kommenden Intervallgästen", so Löttge, "der touristische Erfolg der Zukunft hängt aber wesentlich auch vom gelungenen Werben um Gäste ab, die bis jetzt noch keinen Urlaub im Nordosten verbracht haben." Vor allem in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg sei das Potenzial dafür überdurchschnittlich hoch.
Eine wesentliche Voraussetzung um dieses Potenzial zu nutzen, sei eine weiter verbesserte Erreichbarkeit des Landes vor allem per Bahn und Flugzeug. Löttge: "Die Bahn sollte angesichts eines nie zuvor gekannten Touristenvolumens die Marktchancen für den Urlaubertransfer auch im eigenen Sinne genauer prüfen." Als positiven Punkt erwähnte er den nach zwei Jahren Pause in diesem Jahr und auch 2010 wieder eingesetzten Nachtzug aus der Schweiz, einem Markt mit derzeit jährlich zweistelligen Zuwachsraten für Mecklenburg-Vorpommern. Um die positiven Effekte der Flugverbindungen aus Stuttgart und Köln-Bonn auszubauen, sei mehr Planungssicherheit für den größten Flughafen des Landes, Rostock-Laage, nötig. "Langfristiger planen zu können, ist vor allem auch für Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und die Busunternehmen wichtig, die seit diesem Jahr den Urlaubertransfer in vier Regionen des Urlaubslandes absichern", erklärte Löttge. Aus den zwei Germanwings-Linien nach Rostock resultiere für das Urlaubsland pro Jahr ein zusätzliches Übernachtungsvolumen im sechsstelligen Bereich, das durch die neue Verbindung aus Zürich in der kommenden Saison weiter anzuwachsen verspreche, sagte Löttge.
Kritik übte der Verbandspräsident an dem per Entscheidung der Kultusministerkonferenz festgelegten und bis 2014 auf 73 Tage schrumpfenden Sommerferienkorridor: "Jeder Tag weniger Ferien kostet die Branche mehrere Millionen Euro und die an- und abreisenden Touristen ihre Nerven." Schon jetzt gebe es gerade im Sommer eine Reihe von Nadelöhren und Engpässen auf den Straßen - eine Situation, die sich laut Löttge parallel zu der stärker konzentrierten Ferienzeit zu verschärfen drohe.
Nach der erneuten Übernahme der Präsidentschaft des Verbandes sagte Löttge mit Blick auf das kommende Jahr: Es gelte die Aufmerksamkeit der weiteren Profilierung von Qualitätstourismus im Land. Unter anderem werde dabei über ein neues Projekt beim Tourismusverband auf barrierefreie Angebote besonders Wert gelegt. Auch die Qualitätsbemühungen um die Beschaffenheit und Ausschilderung von Rad- und Wanderwegen würden über ein laufendes Projekt intensiviert. Jubiläen wie der 200. Geburtstag des niederdeutschen Schriftstellers Fritz Reuter oder der 200. Todestag von Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz würden in das touristische Landesmarketing einbezogen. Über das touristische Jahresthema "20 Jahre Urlaubsland - 365 Entdeckungen in Mecklenburg-Vorpommern" sollen die touristische Erfolgsgeschichte abgebildet und die Lust auf einen Urlaub im Nordosten verstärkt werden.
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